Samstag, 13. Juli 2013

Der Kindermörder - The Gray Man (2007) [M.I.G.]

Der Kindermörder - The Gray Man (2007) [M.I.G.]

In den Dreizigern des vergangenen Jahrhunderts sucht die Polizei in Washington nach dem Serienmörder, Kannibalen und Pädophilen Albert Fisch (Patrick Bauchau) der mindestens 16 Menschen ermordete. Mit der neuen Fingerabdrucktechnik soll er gefunden werden, doch er hat schon wieder ein neues Opfer ausgewählt. Die kleine Grace Budd (Lexi Ainsworth) entführt er, indem er ihren Eltern vorgaukelt er würde sie mit zur Geburtstagsfeier seiner, in Wirklichkeit nicht existierenden Nichts mitnehmen wollen. Wie seine anderen Opfer tötet er auch sie und macht sich aus ihr einige Mahlzeiten. Doch dann schreibt er ihren Eltern einen Brief, der die Polizei auf die richtige Spur bringt.

Man kann “The Gray Man” an so manchen Ecken und Kanten sehr wohl ansehen, dass man für diese recht anspruchsvolle Produktion nur ein sehr kleines Budget zur Verfügung hatte. Trotzdem schafft man es in den meisten Szenen doch ziemlich gut der angepeilten Epoche optisch treu zu bleiben. Ausstattung und die Kostüme wirken passabel und auch handwerklich macht man hier nichts merkbar falsch. Genauso war ich davon überrascht, wie sehr man sich bei dieser Verfilmung von der Jagd nach Albert Fish an die überlieferten Tatsachen gehalten hat. Vieles weiß man zwar bis heute nicht, aber die meisten bewiesenen Punkte haben ihren Weg in die Filmaufbereitung gefunden.

Aber auch inhaltlich könnte es trotzdem noch ein wenig besser sein. Während man versucht Fishs Familienverhältnis, also seine Verbindung zu seinen Kindern aufzuarbeiten bleibt es teilweise ein wenig flach. Am Ende werden nicht alle Fäden schlüssig verwoben und durch die fehlende Vertiefung dieses Themas wirkt der eine oder andere Vorstoß in diese Richtung ein wenig zu melodramatisch, was zudem auch dem Ton des Films zusetzt. Des weiteren begrüße ich zwar, dass man seine Taten nur andeutet und nichts davon wirklich grafisch zeigt, aber auch so hätte man die Spannung noch steigern müssen. Meist ist der Zuschauer einfach zu sicher und wird nicht stark genug ins Geschehen einbezogen. Wenn man in diesem Punkt noch eine Schippe draufgelegt hätte, könnte der Film sehr viel effektiver sein. Aber auch so bekommt man dank der soliden Machart und der nicht weniger gelungenen Darstellung des Killers durch Patrick Bauchau (Earth 2) einen gut recherchierten Film über die schrecklichen Taten des Serienmörders.


Am Bild gibt es nichts auszusetzen, nur die deutsche Synchro ist ein wenig schwach. Die Sprecher sind zwar größtenteils nicht wirklich schlecht, sind aber nicht so recht bei der Sache. Gerade die dramatischen Momente fallen hier negativ auf. Neben diesem Film befinden sich in der "Mord in Serie - Die grausamsten Serienkiller" Box noch die weiteren Titel "Ed Gein", "Richard Speck - Chicago Massaker", "Cadavres", "Jack the Ripper", "Adam Mason's Luster" und die Fernsehdoku "Die grausamsten Serienkiller des 20. Jahrhunderts".

6,7 von 10 Schinkenfrühstücke

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