Donnerstag, 18. Juli 2013

2000 AD #170 (IPC Magazines)

2000 AD #170 (IPC Magazines)

Schon lange wollte ich mal mit der ikonischen 2000 AD Comicreihe beginnen. Und zwar ganz von vorne, was bei bald 2000 Ausgaben nicht wirklich praktikabel ist. Ich lese so was aber gerne vom Beginn an oder versuche es zumindest. Nach langer und teilweise auch ergiebiger Suche habe ich nun einen riesigen Stapel der Serie, aber natürlich trotzdem nicht viele Ausgeben. Länger wollte ich jetzt aber nicht mehr warten und so beginnt unsere Reise zu den Wurzeln der englischen Science-Fiction Comics mit dem Prog, wie man die Magazine nennt, #170. Im übergroßen Comicformat warten hier wieder fünf Kurzgeschichten auf euch und jede bekommt jetzt auch einen kurzen Blick spendiert.

The Stainless Steel Rat - Saves the World (Part 5)

James Bolivar diGriz besser bekannt als der Meisterdieb der Zukunft “The Stainless Steel Rat” ist mittlerweile ein hoch angesehener Agent geworden. Sein letzter Auftrag brachte ihn in das Jahr 1980 zurück. Dort arbeitet er beim Militär bis er eine Möglichkeit findet um in seine Zeit zurückzukehren. Erstmal braucht dringend Geld und als er erfährt wie viel sein Vorgesetzter verdient, raubt er diesen erstmal aus und flieht.

Dieses Abenteuer der Ratte basiert auf dem gleichnamigen Roman des Stahlratten-Zyklus, der vom US-amerikanischen Science-Fiction Autor Harry Harrison geschrieben wurde. Da ich den Roman kenne, finde ich mich hier auch ganz gut zurecht, obwohl mitten in der Story eingestiegen bin. Aber auch ansonsten hätte man dieses Kapitel für sich ganz gut verstehen können, da es eigentlich nur um den Heist geht. Umgesetzt wurde die Geschichte von Kelvin Gosnell, der schon von Anfang an zum 2000 AD Team gehörte und fürs Artwork sorgt der spanische Zeichner Carlos Ezquerra. Auch er ist ein Urgestein der Serie und ist seit der zweiten Ausgabe dabei und ist auch heute noch ein fester Bestandteil des Magazins. An über 700 Ausgaben hat er seit 1977 mitgearbeitet. Auch wenn die Story ganz nett und kurzweilig ist, sind es doch Ezqzerras Zeichnungen, die diese Geschichte zu was besonderen machen. Die schwarzweißen, feinen Bleistiftzeichnungen legen viel Wert auf Realismus und sind sehr detailreich. Am auffälligsten sind aber die tollen Seitenkompositionen, die man in der Art von den großen US-Verlagen nur selten gesehen hat.

The Mind of Wolfie Smith (Part 9)

Wolfie Smith musste der Kramer Gang helfen in ein geheimes Regierungslabor einzubrechen. Doch dort fanden sie nicht was sie suchten, sondern nur jede Menge Nervengas. Jetzt heißt es fliehen oder sterben.

Wolfie Smith war nicht von Beginn an eine 2000 AD Kreation. Zuerst tauchte der Teenager mit den ESP Fähigkeiten, dem photografischen Gedächtnis und der telekinetischen Begabung in der ersten Ausgabe von Tornado auf. Schnell wurde er zu einem der Lieblingsstrips der Reihe, die dann allerdings schon mit der 22. Ausgabe eingestellt wurde. Nach dem Aus ging der Charakter gemeinsam mit seinem Erdenker Tom Tully zu IPC und wurde Teil der Science-Fiction Anthologie. Dabei wurde der Stil dann auch gleich um einiges härter und düsterer um ins Magazin zu passen.

Die Geschichte ist sehr kurzweilig, aber zuviel kann ich nach den paar Seiten jetzt nicht sagen, gerade da wir uns hier mitten in einer großen Story befinden. Wirke aber soweit ganz nett. Aber nicht wirklich besonders. Jesus Redondo, ein spanischer Künstler der zwischen 1970 und 1980 in England eine Vielzahl an Strips aufs Papier brachte, kümmert sich hier um die Bilder und hat ein paar schöne Seiten hingelegt. Kratzbürstige Bleistiftstriche treffen auf feine Schraffuren und einen düsteren Grundton. Gefällt.

Ro-Jaws Robo-Tale - The Killer in the Cab

Ein Space Trucker ist auf dem kleinen toten Planeten Eightball ausgestiegen um seine Fracht zu prüfen. Als er nun aber wieder einsteigen will, spielt der Truck verrückt und will ihn nicht mehr rein lassen. Das Bordsystem hält ihn für einen Dieb und verteidigt sich gegen den Eindringling. Er wird unter Strom gesetzt, worauf er stürzt und sich einen Knöchel verstaucht. Jetzt steckt er fest. Der einzige Mensch auf dem Planeten, nur noch Sauerstoff für drei Stunden und sein Truck versucht ihn zu töten. Plötzlich bekommt er aber Hilfe von einer sympathischen Damenstimme, die ihm über Funk hilft.

Der ehemalige Kanalisationsbot Ro-Jaws erzählt ein weiteres Abenteuer zwischen Mensch und Maschine. Dank der Einleitung wird der Twist des ganzen relativ eindeutig, aber bis dahin ist es eigentlich ganz spannend inszeniert. Das Setting ist eigentlich ganz cool. Zu etwas ganz besonderen wird dieser One-Shot dann aber doch noch. Schließlich hat Alan Moore mit dieser Minigeschichte im Jahre 1980 seine erste Arbeit für 2000 AD abgeliefert. Zeichner John Richardson hat nicht an sonderlich vielen Comics mitgearbeitet und hat sich eher einen Namen als Zeitungscartoonist gemacht. Unter anderem hat er auch die Figur Amanda erfunden die in ihren Comcistrips in der Sun zu sehen war. Seine Zeichnungen sind hier hart, kantig und sehr real gehalten. Vor allem sind auf seine gut eingesetzten Schattenflächen hinzuweisen, die dabei helfen eine dichte Stimmung zu erzeugen.

Judge Dredd - The Judge Child Quest (Part 15)

Judge Hershey und Judge Dredd sind auf der Suche nach dem Oracle Spice, eine Substanz, durch die sie das Judge Child finden sollen, dieses muss gefunden werden um die Zerstörung von Mega-City One abzuwenden. Sie vermuten das Zeug auf dem finsteren Planeten Necros, auf dem sie schon von dem nekromantischen Alienmonster Murd the Oppressor erwartet werden.

Darauf habt ihr jetzt natürlich alle gewartet. Natürlich sind auch die Judges der Mega-City mit von der Partie. Wir befinden uns mitten im großen Arc “The Judge Child Quest“, der zu einem der wichtigsten des Judge Universums gehört. Schließlich kommen hier zum ersten mal Judge Hershey, die sich später bis zum Chief Judge von Mega-City hocharbeiten sollte und sogar im Stallone Film zu sehen war und der bekannte Judge Widersacher Mean Machine vor. In dieser Episode, die als einzige mit zwei Farbseiten daherkommt, kann zudem noch der erste Auftritt von Murd gefeiert werden. Ist zwar nur in diesem Arc dabei, aber ein cooles Monster. Wie so oft, hat auch hier der amerikanische Schotte John Wagner ein super Dredd Kapitel geschrieben. Schließlich ist er aber auch das Judge Mastermind, der für alles in Mega-City One verantwortlich ist. An fast 1400 AD Magazinen hat er mitgewirkt und zudem noch viele Dredd Specials, Reihen und Serien betreut. Fleißiger Mann. Die Farbseiten und das Cover dieser Ausgabe von Mick McMahon, sehen wirklich klasse aus. Seine schwarzweiß Seiten sind teilweise ein wenig zu durcheinander, was aber auch ein wenig an der chaotischen Action des Kapitels liegt. Solide Sache.

Sam Slade: Robo-Hunter - Day of the Droids (Part 19)

Die Robotmafia und die God-Droiden versuchen immer noch die Stadt zu übernehmen. Als Gegenmaßnahme unterstützen der Roboterjäger Sam Slade, sein nichtsnutziger Robot Partner Hoagy und seine Robo Zigarre Stogie die Roboter Arbeiterbewegung, die sich gegen die Sklavenarbeit unter den God-Droids auflehnen.

Dies ist der 19. Von 23 Teilen des zweiten großen Sam Slade Arcs. Eine feine Mischung aus politischer Satire und Science-Fiction. Das Ende ist schon nahe, aber komisch ist es trotzdem. Am ulkigsten finde ich allerdings Stogie, die Robozigarre, die Sam dabei helfen möchte mit dem Rauchen aufzuhören. Es gab nämlich vorher ein paar Diskussionen ob der Held rauchen darf. Auch diese Story stammt von John Wagner, der diesmal mit Ian Gibson zusammenarbeitet, der auch gerade durch seinen Karikaturen Stil bei Sam Slade bekannt wurde. Optisch sicherlich nicht du anspruchsvollste Geschichte, für einen kleinen Funny aber sehr passend.


5 Geschichten, alle sehen gut aus und sind unterhaltsam. Gibt also nichts zu meckern, wenn eure Comics auch mal etwas verschroben sein dürfen.

8 von 10 super Killerdämonenaliens

Kommentare:

  1. OMG, als Kind habe ich Judge Dredd geliebt!!! Als die Neuverfilmung draußen war, habe ich mir anschließend nochmal den Originalfilm angesehen, und irgendwie hab ichs bereut... Keine Ahnung, ob ich so ein anspruchsloses Kind war, oder ob ich heute einfach von modernen Filmen verwöhnt bin, aber ich wusste schon beim Recyclingroboter ganz am Anfang, das der Film nicht viel mit dem zu tun hat, was ich in Erinnerung behalten habe. Nämlich einen strahlenden Sylvester Stallone, der ordentlich aufräumt. Wort mit X, war wohl nix.

    Der neue Film ist aber wirklich weltklasse. Nur schade, dass der so untergegangen ist. Bei uns lief der nur 3 Wochenenden im Kino, dafür lief der Hobbit gleichzeitig in 8 Sälen. Schade, der Hobbit war nämlich irgendwie nicht das gelbe vom Ei, Dredd schon.

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    1. Dem Stallone Film muss man lassen, dass die Kostüme relativ nah am Comic sind, genauso wie die Fahrzeugdesigns. Ansonsten nur ein dummer Actionfilm, der durch die total abgedrehte Performance von Sly sehenswert wird, ansonsten aber ziemlich bescheuert ist. Der neue Film ist allerdings wirklich was ganz feines. War ja aber überall leider ziemlich unerfolgreich. Mittlerweile hat sich dafür aber rumgesprochen wie gut der Film ist und im Verleih läuft er sogar so gut, dass man vielleicht auf eine fortsetzung hoffen darf.

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  2. An Slys Performance erinnere ich mich gar nicht im Besonderen, das war wohl eher durchschnittlich. Aber Rob Schneider... Herrgott, der Typ ist zum Sidekick geboren, und das meine ich nicht positiv. Ich hasse Sidekicks. Der Film wär vielleicht gar nicht mal sooo schlecht gewesen, wenn Rob Schneider nicht gewesen wär.

    Als typischen Actionfilm würd ich den aber nicht sehen. Das war eher dieses typische 90er-Jahre-Klischee von schlechter Fantasy, das dazu geführt hat, dass einen die Omas in der Straßenbahn noch heute angucken als ob man nicht ganz dicht wäre, wenn man mit einem Fantasybuch dort sitzt. Dieser absolut unnötige Flugzeugabsturz in der Wüste und diese Kannibalen dort, Texas Chainsaw Massacre meets Mad Max. Das war unterste Schublade. Das Einzige, was an dem Film gut war, war das Intro.

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    1. Schneider ist unfassbar komisch auf unfreiwillige Art. Ich muss auch heute noch laut kichern^^

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    2. Auf eine trashige und nervige Art, die mir immer die Fremdschamesröte hochtreibt ;)

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  3. Also gegen den Stallone Film kann man echt nichts sagen. Ist halt 90iger Jahre Style - von den Effekten und dem Humor und allem. Ich mag den Film - finde den 2012er Film aber ebenfalls extrem gut - und wesentlich erwachsener.

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