Montag, 28. Oktober 2013

DC Premium 84: Ame-Comi Girls (Panini)

DC Premium 84: Ame-Comi Girls (Panini)

Dieser Sammelband enthält die ganze Miniserie Ame-Comi Girls #1-#5.

Gotham City, nein sogar die gesamte Welt sind mal wieder in krasser Gefahr. Gerade noch mussten sich Wonder Woman, Batgirl, Supergirl und Power Girl mit ihren Erzfeindinnen Catwoman, Harley Quinn, Duela Dent und Poison Ivy, allesamt natürlich mega Sexy anlegen, da kommt es noch dicker oder besser gesagt dickbrüstiger. Die fiese Brainiac, grün, große Brüste, die sind übrigens auch grün. Will sich die Erde unter den Nagel reißen. Riecht nach Ärger.

Vor einiger Zeit gaben DC beim japanischen und international hoch angesehenen Figurenhersteller Kotobukiya animeske Variationen ihrer Charaktere in Auftrag. Diese neuen Designs wurden so gut aufgenommen, dass sie kurz darauf eine eigene Miniserie bekamen, die mittlerweile in den USA zu dem kleinen Ame-Comi Universum angewachsen ist.

Unter der Führung des eingespielten Autorenteams Jimmy Palmiotty und Justin Gray (All-Star Western) entstanden zuerst also zuerst die inhaltlich direkt aufeinander aufbauenden One-Shots, die jeweils Batgirl, Wonder Woman, Power Girl, Duela Dent und Supergirl als ihre dominierenden Heldinnen ausgesucht haben. Zur Story muss noch erklärt werden, dass wir es hier mit geballter Frauenpower zu tun haben, denn auch der Joker, Harvey Dent und andere Helden wie Steel sind nun Frauen geworden. Dabei handelt es sich aber keineswegs um einen Akt des Feminismus, sondern viel mehr um extrem plump mehr Titten zeigen zu können. Die dreizehn-fünfzehnjährigen Leser werden sich drüber freuen. Als erwachsener der sich aber Brüste auch auf andere Weise ansehen kann, muss ich aber eher gähnen.

Der Plot selbst ist leider auch sehr platt und lässt kein Quantum des fulminanten Talents der beiden Autoren erkennen. Liest sich jedenfalls wie ein mittelmäßiger Kindercomic, dem man noch nackte Haut und etwas Blut hinzugefügt hat. Insgesamt ziemlich uncool.

Dafür gibt es jedoch optische Höhepunkte. Während zum Beispiel Amanda Conner (Before Watchmen: Silk Spectre) und Ted Naifeh (Mouse Guard - Legenden der Wächter) nicht nur mittelmäßiges Artwork abgeliefert haben, sondern auch noch die Prämisse dieser Mini aus den Augen verloren haben, darf sich das Auge über zwei der anderen Zeichner umso mehr freuen. Da wäre zum einen Sanford Greene. Seine Zeichnungen würde ich jetzt vielleicht auch nicht unbedingt der Manga Kunst zuordnen, vielmehr erkenne ich einen starken Indiestrich der wunderhübsch aussieht und den sexy Charakteren sehr schmeichelt. Der absolute Höhepunkt ist allerdings Santi Casas, der bisher nur als Batman Tuscher in Erscheinung getreten ist und hier zum ersten mal als Zeichner in die Öffentlichkeit tritt. Was er hier macht ist moderne Highend Anime Action. Turbolent, sexy, temporeich und ein echter Hingucker. Vor allem mal was frisches, das man nur selten zur Sicht bekommt. Allein für sein Kapitel lohnt sich ein Blick. Für den Inhalt würde ich allerdings keine Werbung machen und auch durch die fünf sehr verschiedenen Zeichenstile funktioniert das Teil auch nicht als Gesamtwerk, einen richtigen Mangastil hat auch keiner der Künstlergeschafft. Aber dafür ist der letzte wenigstens waschechte Animekost.

5 von 10 spärliche verdeckte Schambereiche

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