Mittwoch, 23. Oktober 2013

Mars Attacks Judge Dredd #1 (IDW)

Mars Attacks Judge Dredd #1 (IDW)

Ein UFO landet in Mega-City One und bringt einen Trupp fieser Marsianer mit sich. Doch anstatt ungestört ihren Eroberungsplänen nachgehen zu können, geraten sie mitten in einen eskalierenden Mafiakampf, die gerade die Stadt unter sich aufteilen. Da wäre der großnasige Don Schnozzelli, der unverständliche Don Mumbletti, der in Filmzitaten sprechend Don Travolta, der grausame Staubsaugerroboter Don Hooverbot und Don Uggie Apelino, der fieseste Primat der jemals seinen Kot nach dir warf. Es dauert nicht lange bis die Invasion vom Mars alle Familienclans unter Kontrolle bringen kann. Diese Umtriebigkeiten innerhalb des Untergrunds rufen natürlich auch Judge Dredd auf den Plan, der die grausamen Aliens zuerst nur für eine neue, nicht zu außergewöhnliche Mutanten hält. Falsch gedacht, denn die Einwanderer sind viel gefährlicher als ein normaler Mutant.

Ein netter Mars Attacks Comic, aber nur eine mittelmäßige Dredd Geschichte. Schuld daran ist der Ton des Hefts, der sehr lustig und nur wenig düster geraten ist. Gerade im Mars Attacks Franchise ist diese nicht mehr ganz so bissige Entwicklung schon länger zu bemerken, genauer gesagt seit der Verfilmung. Bei Dredd allerdings hat man die Eigenständigkeit der Ganzen noch nicht so verwässert und es wäre schade wenn IDW jetzt damit anfangen. Wenn ich mir die damaligen Mars Attacks Sammelkarten anschaue, denn fehlt mir im vergleich dazu der nötige Zynismus im Writing von Al Ewing und gemeiner dürfte es auch gerne sein. Für einen Dredd Comic ist es nicht satirisch genug und auf zu billige Gags aus. Vor allem die ersten Seiten mit den Mafiosis ist mir persönlich zu albern gewesen, auch wenn der zitierende Don Travolta dann doch ganz amüsant war. Es sollte auf jeden Fall härter werden in den nächsten drei Heften dieser Miniserie und der Humor darf nicht so offensichtlich und platt rüberkommen. Ansonsten sehe ich nämlich Potential in diesem Crossover. Gestört hat mich auch, dass die Marsianer durchgängig verständlich sprechen, nimmt irgendwie auch was vom original Mars Feeling.

Am Artwork habe ich hingegen absolut nichts auszusetzen. Wenn man Dredd als US-Comic bringt, gibt es vermutlich auch nur wenige Zeichner, die sich besser dazu eignen würden als John McCrea (Dicks), der ja selbst Brite ist und daher Respekt vor Dredd haben sollte und zum anderen perfekt dreckige Science-Fiction passend für den US-Markt aufzuarbeiten. Besonders der Mobster Kram hier liegt ihm sehr gut, aber auch Dredd, die Marsianer und eine dicke, richtig hässliche Mutantenspine setzt er toll um. Die Handlung wird sehr energiegeladen umgesetzt und jede Seite hat einen netten Moment und langweilt nie. Cool ist auch die Idee, die Geschichte immer wieder in Form von Sammelkarten voranzutreiben, die den original Karten nachempfunden wurden. Sieht jedenfalls super aus, hat auch ein paar splattrige Momente und Dredd sieht im Kampf immer cool aus. Nur die Handlung muss noch etwas anziehen, dann könnte die vierteilige Mini noch ganz gut werden.

6 von 10 überforderte Kammerjäger

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