Sonntag, 8. Dezember 2013

Supervixens - Kinoedition (1975) [WVG Medien]

Supervixens - Kinoedition (1975) [WVG Medien]

Superbusig und immer superscharf. So ist Superangel (Shari Eubank), die Freundin des Tankstellenmechanikers Clint (Charles Pitts). Neben seinem agilen Lümmel, will sie vor allem sein Geld. Neben regelmäßigem Sex will sie nämlich noch ein ruhiges und faules Leben führen. Allerdings reicht es Clint irgendwann, worüber sie sehr erbost und einen fulminanten und handgreiflichen Streit vom Zaun bricht. Das führt letztendlich zur Einmischung des widerlichen Bullen Harry Sledge (Charles Napier). Der bandelt bald darauf ebenfalls mit Angel an, hat aber schon kurz darauf keine Böcke mehr auf ihre Masche. Der sadistische Cop ist allerdings nicht so zimperlich wie Clint und bringt Angel ohne Umwege um. Natürlich schiebt er den Mord Clint in die Schuhe. Es bleibt ihm nichts anderes übrig als zu fliehen und auf seinem rasanten Trip durch die USA gerät er noch in so manche prekäre Situation.

Irgendwie ist mir Supervixens bisher durch die Finger gegangen. Endlich hat sich das geändert. Supervixens könnte nämlich einer meiner absoluten Meyer Filme werden. Die Handlung klingt erstmal recht simpel und nach einem nicht allzu ungewöhnlichen Road Movie, allerdings kann man sich bei Meyer sicher sein, dass zumindest große baumelnde Brüste in die Handlung eingreifen werden. Dabei bleibt es aber nicht. Spätestens bei Beginn von Clints Reise wird es fantastisch surreal und mit jeder Szene absurder. Tote Frauen stehen plötzlich mit ihrem Bett auf einem Feuer spuckenden Berg und ein stummes Mädchen kann wieder sprechen nachdem ein Gewichtheber mit ihr Sex hatte, der sich übrigens aus dem Nichts in die Wüste teleportiert hat.

Krass war aber auch wie heftig Angels Mord inszeniert wurde. Charles Napier (Dinocroc) spielt den widerlichen Bullen eiskalt und total abstoßend. Super Leistung! Der Mord selbst ist richtig heftig und könnte auch glatt von Herschell Gordon Lewis inszeniert worden sein. Charles Pitts hat gegen Napier keine Chance und verblasst zunehmend gegenüber ihm und den ganzen üppigen Damen. Da hätte es schon jemanden mit mehr Charisma gebraucht um den anderen das Wasser zu reichen. Andererseits könnte es auch Meyers Absicht gewesen sein. Schließlich wirkt Pitts wie der einzige aus unserer Realität in einer mehr als verrückten Welt. Da sitzt dann auch schon mal die Dame von der Vermittlung mitten auf den Bahngleisen.

Die Riege der groß busigen Damen ist umfangreich und wie immer handverlesen. Unter anderem gibt es ein wiedersehen mit Haji (Wham! Bam! Thank You, Spaceman!), Colleen Brennan (Foxy Brown) und Uschi Digard (The Black Gestapo). Gleich in einer Doppelrolle als Superangel und Supervixen feiert Shari Eubank ihr Filmdebüt, auf das nur noch eine weitere Rolle folgen sollte. Schade eigentlich, denn sie gehört ohne Zweifel zu den besten Meyer Babes.

Ansonsten weiß man ja wie der (Bett)Hase läuft. Die Männer werden als geile Säcke, unfähig oder einfach nur dumm dargestellt, die Damen sind heißblütig, wissen genau was sie wollen und sind den Herren vor allem vom Intellekt haushoch überlegen. Hier werden also alle Meyer typischen Elemente diniert, zeitgleich hat Meyer aber auch den Hahn für den Surrealismus aufgedreht. Teilweise mutiert SV dadurch sogar zur glatten Kunstfilmnummer. Ein weiterer Beweis dafür, wie sehr Meyer immer unterschätzt wird. Eine klare Empfehlung für alle Fans von Camp, Sleaze und wippenden Busen!

Insgesamt sieben, der schon zuvor bei WVG erschienenden Russ Meyer Filme sind nun noch mal in der "50 Jahre Russ Meyer Kino Edition" erschienen. Leider handelt es sich dabei lediglich um Repacks mit hässlicheren Covern. Ein Qualitätsupdate gibt es leider nicht und auch weiterhin fehlt der O-Ton. Zudem kommt der Film nicht mehr in einer normalen Amaray, sondern in einer goldenen. Wenigstens gibt es Wedecover, gegen die originalen Kinopostercover der vorhergegangenen Meyer Collection kommt man damit aber natürlich nicht an. Ich empfehle also die Versionen aus der roten Edition und nicht die aus der neuen goldenen.

8 von 10 telefonierende Möpse

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