Sonntag, 9. Februar 2014

Bloody Pit of Horror (1965)

Bloody Pit of Horror (1965)

Jedem ist bekannt, dass Horrorromane ziemlich erotisierend sind. Dazu tragen vor allem die berühmten Coverschönheiten dieser Romane bei. Um einige bald erscheinende Schocker gebührend zu illustrieren, reist ein Fotograph mit einigen Models, die zudem noch schön sind, zu einem alten verlassen Schloss. Eine wundervoll passende und total stimmige Kulisse. Wäre da nur nicht dieser wahnsinnige Mann im Keller, der sich für die Reinkarnation eines Schafrichters aus dem 17. Jahrhundert hält und meint sein Schloss vor ungebetenen Besuchern zu schützen. Tolle Wurst.

Unter dem verdammt schnieken Pseudonym Max Hunter, drehte der italienische Regisseur Massimo Pupillo “Scarletto - Schloß des Blutes”. Einen aus heutiger Sicht nicht mehr allzu aufregenden Horrorschocker, sehr lose auf den Ergüßen des Marquis de Sade basierdend, der aber für seine Entstehungszeit schon ganz heftig war. In den Sechzigern sah man nur selten derartig fiese Folterszenen, jedenfalls abseits der Produktionen von Herschell Gordon Lewis. Der Wahnsinnige hat in seinem Keller nämlich einen ziemlich umfangreichen und außergewöhnlichen Fuhrpark von Foltermaschinen. Darin lässt er gerne die leicht bekleideten Damen kreiseln. Damit war der gute Mann locker 5-10 Jahre seiner Zeit voraus. Der Photograph ist ein recht nutzloser Typ und die Damen können sich selbst auch nicht wirklich helfen. Also alles bereit zum Foltern.

Einige gut gemachte Effekte sind dabei dann der Höhepunkt und allemal besser als heutige Torture Sachen. Sehr überzeugend sind zudem, die Schauspielerinnen in den Rollen der etwas unterbelichteten fotogenen Damen. Jedenfalls hoffe ich dass sie nur die Dummchen spielen ansonsten tun sie mir leid. Irgendwie wirkt es aber für diese Art von Film zu gut gespielt. Die Armen.

Darüber hinaus sind die Folterapparaturen recht ulkig. Teilweise richtig schön billig zusammengeklatscht und so klapperig, dass man teilweise mehr Angst um die Bauten, als um die Frauen haben muss. Meist ist der Film dann aber doch ganz unterhaltsam. Entweder wegen seinem Trashappeal oder in den gar nicht schlecht umgesetzten härteren Momenten auch mal ganz aufrichtig und ohne unfreiwillig komisch zu sein. Mickey Hargitay (Die Liebesnächte des Herkules) ist dann aber leider kein richtig guter Lead und stolpert eher unbeholfen durch die Handlung. Könnte schlimmer sein, aber so richtig geht er in seinem Job nicht auf. Am besten sind da echt die Damen, die sich gekonnt dusselig geben.

Allein durch die für damals sehr mutige Art der Gewaltdarstellung für Horrornerds einen Blick wert. Ansonsten nicht immer der beste Zeitvertreib, insgesamt aber doch interessant genug um bis zum Ende hin konsumiert zu werden.

5,1 von 10 blutige Höschen

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