Freitag, 29. Juli 2011

The Man from Earth (2007)

The Man from Earth (2007)

John Oldman verteilt sein Leben mal wieder in ein paar Kartons. Er war jetzt 10 Jahre hier, das soll auch reichen. Leider kommt er nicht so heimlich davon, wie er geplant hat. Seine Kollegen und Freunde von der Uni überfallen ihn während des Packens und wollen ein bisschen Abschied feiern. Zu deren anfänglichen Belustigung stellt John die These auf, er würde nun schon seit etwa 14 000 Jahren auf Erden wandeln...

The Man from Earth ist ein Science Fiction-Film - und zwar ein verdammt guter. Allerdings sollte man sich klar machen, dass hier nur ein paar Leute einen Abend in einem Wohnzimmer verbringen.
Die Besetzung hält keine großen Stars bereit, jedoch sind es fast durchgängig bekannte Gesichter. Da wären John Billingsley (Dr Phlox / ST:E), Tony Todd (Candyman, Hatchet,...), William Katt (AvH) und Richard Riehle (Unmengen an Produktionen, witzigerweise auch Dr Lucas in ST:E, der gut mit Dr Phlox befreundet ist). Sie alle wirken sehr entspannt und natürlich in ihren Rollen. Ihre Leistung wird jedoch durch David Lee Smith und Ellen Crawford noch ein wenig getoppt. Zum einen zieht Smith in der Rolle des John Oldman sowohl seine Freunde als auch den Zuschauer immer weiter in seinen Bann, verunsichert und fasziniert. Zum anderen spielt Crawford die strenggläubige Christin Edith so herrlich uneinsichtig und in ihrem Glauben festgefahren, dass sie einem richtig unangenehm wird. Dennoch fühlt man mit ihr, als es ihr zu viel wird. Der Film lebt von der Dynamik, die sich in der Gruppe aufbaut. Jede Person bringt zum einen seine Profession mit ein, aber auch einen von den anderen gut differenzierbaren Charakter. Es ist erstaunlich, dass es während des Gesprächs nie so wirklich zu langweiligen Phasen kommt. Es wird immer mal wieder eine kleine Pause eingeschoben, z.B. dadurch, dass zwischendurch mal Möbelmänner kommen, um die Sachen abzuholen, die John gespendet hat. Was dann aber die Diskussion wieder in eine neue Richtung gehen und die Frage aufkommen lässt, ob John über all die Jahre Andenken angesammelt hat und ob er vielleicht dadurch seine These mit Beweisen belegen könnte.

Ich habe den Film mittlerweile zweimal gesehen und werde da noch einige weitere Durchläufe anfügen. Es ist angenehm zu sehen, dass obgleich des visuellen Minimalismus' The Man from Earth weitaus anregender als die meisten effektgeladenen Blockbuster des letzten Jahrzehnts ist – und zudem einen Plot bereithält, der zwar nicht neu, aber gekonnt dargestellt wird. Dieser Film hört nicht sofort nach dem Abspann auf, sondern dreht noch einige Runden im Kopf. Sehr schön.

9,3 von 10 zuckrige JoJos

Kommentare:

  1. Toller Film! Und Tony Todd ist auch immer super.

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  2. Hab ihn damals auf Empfehlung gesehen. Hat mir auch sehr gut gefallen. Sogar meiner Frau, die sonst eher für die Popcorn-Kino-Geschichten ist. :)

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  3. Hab' damals, nach dem ersten Schauen, den Fehler gemacht, "Moon" nachzuschieben - atmosphärisch unheimlich dichter Film - ... ... ...und dann "Avatar". Ist natürlich so eine Sache, Science Fiction mit einem Streifen wie "Avatar" zu vergleichen...dennoch war das eine eigenartige Erfahrung...

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  4. Also wenn ich einen Science-Fiction Film mit Avataren sehen möchte bleibe ich bei dem independent Klassiker Princess of Mars.

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  5. "Princess of Mars" hat ja "Avatar" auch maßgeblich beeinflusst.

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