Mittwoch, 7. August 2013

Faust Jr. - 9 - Der unsterbliche Artus (Igel Records)

Faust Jr. - 9 - Der unsterbliche Artus (Igel Records)

Nach vielen Jahren ohne einen Vater, hat Frank Faust (Ingo Naujoks) bei seinem letzten Fall erfahren das Heinrich Kilanowski (Jochen Malmsheimer) eben dieser ist. Ihr erster gemeinsamer Ausflug führt die beiden nach Groß Brittannien, wo sie zusammen auf den Faden von König Artus, Merlin und den Rittern der Tafelrunde wandern. Dabei muss der schusselige Privatdetektiv nicht nur erstmal verstehen, dass vieles an der Artussage nicht viel mit dem zu tun hat, was wirklich geschehen ist, sondern auch von seinem Vater wird er hintergangen. Zum Glück helfen ihm wie immer seine Nichte Luna (Luna Jahrreiss), sein unsmartes Smartphone Pipi (Ralph Erdenberger) und einige Experten auf dem Gebiet weiter.


Endlich eine neue Folge von Faust Jr., der wahrscheinlich besten Kinder und Wissenshörspielreihe zur Zeit. In seinem neunten Fall verschlägt es unseren Detektiven mitsamt seines frisch erworbenen Vaters nach England. Dort entdecken sie Merlins Höhle, das Grab von König Artus und vielleicht ja sogar sein legendäres Schwert Excalibur. Zum ersten mal in einer Folge der Reihe sind viele der Experten englischsprachig und somit auch die meisten Wissensteile dieses Falls. Diese Parts werden mitunter von den Figuren selbst übersetzt oder Bodo Primus kümmert sich als Erzähler darum. Beides ist wirkt aber nie flach und nie so als würde es einfach nur plump übersetzt. Viel mehr werden die Übersetzungen lebendig in die Dialoge eingebaut oder als Vorlage für ein wenig Humor genutzt. So wird es jedenfalls auch diesmal nicht langweilig und wirkt auch bei den Übersetzungen nie träge.

Auch die Handlung neben dem Wissensanteil weiß zu gefallen und hat ein paar abenteuerliche Passagen zu bieten. Wieder wurde Abenteuer und lernen geschickt miteinander verbunden und so wird Wissen vermittelt ohne zu langweilen. Ganz im Gegensatz, denn entgegen anderer Kinderhörspiele kann dieses hier sogar bei einer Spielzeit von knapp 80 Minuten durchgängig unterhalten und dabei kurzweilig wirken. Gerade für die jüngeren Zuhörer werden 79 Minuten aber trotzdem zu lang sein. Jedenfalls hätte ich als Kind nicht die Geduld dafür gehabt.

Auch von den Stammsprechern ist man hohe Qualität gewohnt und das soll sich auch mit dieser Folge nicht ändern. In der Hauptrolle ist wie immer Ingo Naujoks zu hören, der gleichermaßen dusselig, wie auch liebenswürdig rüberkommt. Jochen Malmsheimer ist kauzig wie eh und je, während Luna Jahrreiss eine Figur abgibt, mit der sich die jungen Hörer identifizieren können. Dabei ist es natürlich besonders cool das sie immer wieder den Tag rettet. Hinzu kommen noch Bodo Primus, der hier als Erzähler hörbar so viel Spaß wie schon lange nicht mehr hat und Ralph Erdenberger ist als hochnäsiges und neunmalkluges Handy mit dabei. Zuletzt bekommt noch Benjamin Armbruster einen kleinen Gastauftritt als Franks Erzfeind Vlad Moroi. Wie in jeder Folge kommt noch eine ganze Riege von Museumsmitarbeitern, Historikern und anderen Experten zum Thema hinzu. Auch wenn die Herrschaften bei Weitem keine Profisprecher sind, machen sie ihre Sache doch gut und vermitteln ihr wissen mit erkennbarer Freude.

Eine packende Handlung, die mal wieder ganz nebenbei viel Wissen vermitteln kann ohne lehrerhaft rüber zu kommen. Die Sprecher sind gewohnt gut, die Geräuschuntermalung nicht bombastisch, aber immer passend und gekonnt ausgewählt und wer sich noch ein wenig weiter informieren will bekommt im Booklet ein paar weiterführende Informationen und passende Anlaufstellen im Netz aufgezeigt. Einmal mehr alles richtig gemacht.

8,6 von 10 Bärenkönige

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