Dienstag, 26. November 2013

Naprata (2013)

Naprata (2013)

Von einem Videoclip motiviert, der online zu zweifelhaften Ruhm gelangt ist, fahren Ivana (Ivana Bogdanovic) und Backo (Marko Backovic) von Belgrad aus in ein kleines ländlich gelegenes Dorf in Serbien. Der Clip zeigt nämlich zwei Bewohner des Dorfes, Mutter und Sohn, dabei wie der Sohn seine Mutter verprügelt. Einige sahen diesen Clip mit entsetzen, für andere wurde das Teil zum kultigen Spaß. Dieses Phänomen wollen die beiden mit ihrer Crew beleuchten. Also befragen sie die anderen Bewohner des Dorfes darüber aus, wie es zu diesem Video kam und wie es sich mit Gewalt gegen Frauen auf dem serbischen Land verhält. Einer der Befragten (Branko Radakovic) erzählt ihnen dabei aber etwas von einer alten Legende um den vampirischen Wasserdämon Naprata (Srecko Obradovic), der in einem Tümpel nicht weit entfernt hausen soll. Kurze Zeit später treffen sie sogar jemanden der behauptet er wüsste wie man den Dämon beschwören kann. Angetrieben von ihrer Sensationsgeilheit unterbrechen sie ihre Arbeit und machen sich auf die Suche nach dem Wasservampir.

Ganz ohne ein Budget, dafür aber mit ein paar anderen Kurzfilmern im Schlepptau, hat der serbische Dokumentarfilmer Mladen Milosavljevic seinen ersten, mit knapp über einer Stunde Laufzeit, fast abendfüllenden Horrorfilm. Zeitgleich handelt es sich dabei auch um seinen ersten und Found Footage Film und somit auch einen der ersten serbischen Filme dieser Art. Zu Beginn wird einem sehr schnell bewusst gemacht, dass Mladen sonst Dokumentationen dreht. Die erste halbe Stunde wirkt nämlich wirklich wie eine Dokumentation in der Rohfassung. Zwischen den Interviews lernen wir die Macher immer besser kennen und dabei werden die Leute einem recht schnell sympathisch. Die Dialoge sind allesamt improvisiert, was dazu geführt hat, das gerade Backovic gerne mal Anspielungen auf einige andere Horrorfilme macht. Zum glück wirken diese Referenzen nicht bemüht, sondern passen sehr gut zu der Figur.


Etwas holprig ist dann aber der Übergang zu dem übernatürlichen Teil der Geschichte. Dabei ist Radakovic wohl der Darsteller, der von allen am wenigsten überzeugen kann und eher wie eine Comicfigur rüberkommt. Das die Crew dann aber ihre journalistische Doku fliegen lässt um ein Monster zu suchen, passt irgendwie und kann sicherlich auch auf eine Art als Mediankritik gewertet werden. Ein wenig zieht sich das holprig gefilmte Filmchen dann aber, denn bis der Dämon auftaucht vergehen beinahe 50 Minuten und nur die letzten 10 Minuten sind dann gruselig. Dabei hat man sich sehr an Blair Witch Project orientiert und macht dabei nicht zu viel falsch. Schnitte werden teilweise geschickt in der Dunkelheit versteckt, das Monster ist nichts besonderes, aber dank der verwackelten Kamera nur so wenig zu erkennen, dass das Kostüm ausreicht. Hätte man vorher nicht si getrödelt und das Böse schon vorher subtil auftreten lassen, wäre sicherlich noch mehr drin gewesen. Aber auch so sollte Naprata für Fans des gefundenen Films sicherlich einen Blick wert und dank der kurzen Spielzeit auch mal schnell weg genascht. Der Film ist bisher nur auf serbisch, aber mit englischen Untertiteln zu sehen. Dabei sind die Untertitel leider ziemlich schlecht, teilweise nicht wirklich nachvollziehbar und voll mit Fehlern. Das Ergebnis war ganz gut, auch wenn es ein paar unangenehme Längen gab. Ich bin jetzt aber gespannt wie ein normal gedrehter Film von Mladen aussehen würde.

6 von 10 Terrortümpel

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen