Donnerstag, 14. November 2013

Sperrfeuer auf Planquadrat X (1975) [Intergroove]

Sperrfeuer auf Planquadrat X (1975) [Intergroove]

Wir befinden uns am Beginn der 1940’er Jahre im von den Faschisten besetzten Jugoslawien. Unter der Führung des kommunistischen und hoch angesehenen Arztes Dr. Mladen Stojanovic (Ljuba Tadic) bildet sich eine starke Partisanen Bewegung, die nicht nur versucht die einmarschierenden Schergen Hitlers zurückzuschlagen, sondern auch die einheimischen Ustasha Soldaten zu vertreiben, die nur zu gerne mit den Nazis zusammenarbeiten. Trotz ihrer Unterlegenheit schlagen sie sich tapfer, doch dann kommt der harte Winter während dem sie auch noch ihre Heimat verlassen müssen und sich in den Wäldern und Bergen verstecken. Neben den schlimmen Umständen schleicht sich immer mehr Unzufriedenheit in die Truppe ein, zudem streuen die Nazis Gerüchte und verunsichern dabei einige ungefestigte Kämpfer und auch ideologische Grabenkämpfer innerhalb der Rebellenbewegung zerfasern die Zusammengehörigkeit immer mehr.

Dr. Mladen Stojanovic war jugoslawischer Partisanen Kommandeur und gleichzeitig ein angesehner Felddoktor. Auch heute noch ist er erinnert als einer der großen Freiheitskämpfer Osteuropas während des zweiten Weltkriegs. Bis zu seinem Tod am ersten April 1942, als er im Alter von nur 45 Jahren erschossen wurde, erwies er sich als talentierter Taktiker, intelligenter Anführer und noch besserer Arzt. Diese serbisch-kroatische Produktion erzählt seine und die Geschichte der Partisanen, die es gleich mit zwei Feinden in ihrem Land zu tun hatten. Zwar beschönigt der Film sicherlich hier und da ein wenig und spielt den Schrecken des Krieges sicherlich auch mitunter etwas herunter, dennoch rutscht man nie in zu kitschige Gefilde ab oder lässt die Gewalt geil wirken. Auch Unstimmigkeiten Innerhalb der Bewegung kommen zur Aussprache und auch Mladen macht sicherlich nicht alles richtig. Allerdings vermute ich trotzdem nicht eine zu große historische Genauigkeit. Um einen ersten Eindruck von diesem Teil der Europäischen Geschichte zu bekommen hilft der Film aber sicherlich. Gerade weil man sich nicht auf den gesamten Krieg oder ein Land konzentriert, sondern eben nur auf eine Partisanentruppe. Dadurch bleibt die Handlung kompakt und da der Film auch nur ein Jahr dieser Truppe zeigt kann man der Sache gut folgen und verpasst vermutlich keine der ganz großen Momente des Geschehens.

Für einen Film aus diesem Teil unseres Kontinents ist die Machart überraschend solide geworden. Die Darsteller, vor allem Ljuba Tadic als Mladen sind zum Großteil sehr packend und machen ihre Sache sehr gut. Tadic wurde sogar zum 10 besten serbischen Schauspieler des 20. Jahrhunderts gewählt. Abgesehen davon, dass er dem echten Mladen nicht wirklich sehr ähnlich sieht gibt es an ihm auch nichts auszusetzen. Auch gerade viele der Nebenfiguren, die einfache Bauern oder sehr junge Männer darstellen die unfreiwillig ins Kriegsgeschehen gerutscht sind spielen mitreißend und schockieren zum Teil damit wie sie sich mit der Zeit wandeln.

Ein großes Alleinstellungsmerkmal des Films ist, dass er durchgehend draußen spielt wir befinden uns zu jeder Zeit mit den Partisanen in ihrem Lager oder in den Bergen, im Wald und dann natürlich auf dem Schlachtfeld. Die Dreharbeiten fanden Teilweise in Bosnien-Herzegowina, Yugoslavien und der Umgebung statt und fangen die wunderschöne aber auch karge und abweisende Natur sehr gut ein. Die Kämpfe sind auch krass inszeniert. Zwar komplett ohne Blut, dafür aber mit interessanten Taktiken, Explosionen und fesselnden Grabenkämpfen. Das Große und Ganze sieht dabei ziemlich episch aus, doch in den Details fallen immer kleine Macken auf und auch wenn man die einzelnen Statisten beobachtet merkt man, dass hier alles in einem Rutsch gedreht wurde und nicht die Möglichkeit da war auch kleinere Momente detailliert zu planen. Dies kann man natürlich einerseits als Schwachpunkt ansehen, andererseits bekommen die Schlachten dadurch eine eigene Dynamik, die sie wiederum realistischer wirken lässt, da dadurch das Chaos besser rüberkommt und auch einfach mal Leute überfordert sind und nicht wissen was grad tun sollen.

Das einzige wirklich große Manko ist das Finale. Das ist dann nämlich doch relativ Klischeehaft und unterscheidet sich erheblich vom Rest der Geschichte. Dafür gibt es allerdings auch eine Erklärung, denn der Regisseur Midhat Mutapdzic verstarb leider noch während der Dreharbeiten, weshalb die übrigen Crewmitglieder das Projekt alleine zu Ende brachten, was leider nicht ganz so geraten ist, wie der verstorbene es sich gewünscht hätte. Abgesehen von dem Ende also durchaus eine solide Geschichte, an der es nicht viel zu meckern gibt. Vor allem da ein Teil des zweiten Weltkriegs abgebildet wird, von dem man sonst nur wenig gesehen hat.


Sperrfeuer auf Planquadrat X ist mit den anderen Kiregsfilmen “Wenn die Hölle losbricht”, “Stahlhelme”, “Sperrfeuer auf Quadrant Zero” und “Todesduell im Atlantik” in der “Der Zweite Weltkrieg - Classic Collection” wiederzufinden. Der Ton und die Synchro sind ganz gut und auch die Bildqualität ist für so einen günstigen Film aus der Zeit durchaus gut geworden.

7 von 10 kapitulierende Frauen

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