Samstag, 30. November 2013

Dicks #2 (Panini)

Dicks #2 (Panini)

Dieser Sammelband enthält Dicks #5-#10.

Möchtegern-Rockstars! Es ist ja nicht so als wären die beiden irren Iren Dougie und Ivor eh schon total daneben. Jetzt meinen sie auch noch Rockstar werden zu müssen. Gemeinsam mit ein paar anderen die ähnlich bescheuert sind gründen sie eine Band ohne Talent oder überhaupt Instrumente zu besitzen. Kurzerhand Gel geliehen, damit auch gleich ein paar gebrochene Beine riskiert und rauf auf die Bühne. Es kommt wie es kommen musste. Das Publikum hasst die Flitzpiepen, aber die Dicks lassen sich nichts gefallen. Kurzerhand wird zurückgepöbelt und schon werden sie zu einem kleinen Popphänomen. Nur wenige Tage später hat die abgenudelte Truppe einen Plattenvertrag in der Tasche. So kommt es auch dazu, dass sie Belfast verlassen können und ein Konzert in den USA spielen dürfen. Unter anderem Spielen sie sogar bei der NASA. Da beginnt dann der krasseste Trip den die beiden je geschoben haben. Aus Versehen schießen sie sich ins All, wo sie auf eine unheimliche Weltraumsekte treffen, die per Geilheitsstrahl die Erde erobern will. Derweil zerlegen King Kong und Godzilla gerade Belfast, als sie von eben diesen Geilheitsstrahl getroffen werden. Wenn ich noch mal drüber nachdenke eigentlich ein ganz normaler Tag.

Weiter geht’s mit der Jugendsünde von Garth Ennis (Crossed) und seinem nahestehenden Zeichners John McCrea (Mars Attacks Judge Dredd). Auch im zweiten Trade bleibt es wild und vor allem total daneben. Heutzutage findet man nur noch selten Comics die so unfassbar Panne sind wie Dicks. Hier paart sich der ungezügelte, Grenzen auslotende und überschreitende Humor der Comic Fanzines der Siebziger mit der optischen Düsternis, Härte und dem Zynismus der Neunziger. Ein Faible für die Gegenkultur, sowie eine Liebeserklärung an bescheuerte Losertypen wird hier als ungeahnt abstruser und teilweise auch einfach nur unsagbar ekliger COCKtail bestehend aus Schwänzen, Kacke und bumsenden Kaiju serviert. Keine Seite vergeht ohne, dass man unter der Gürtellinie hantiert, wobei gerne auch mal mehrere Finger ungewollt im braunen Liebestunnel versenkt werden.

Ohne Zweifel ist guter Geschmack hier lange zu suchen und so manch ein Witz geht über jede Grenze des Humors mutig hinweg. Ich bin bei so was ja har im nehmen, vor allem bei einem Künstler wie Ennis, bei dem man gut einschätzen kann wie es gemeint ist. Manchmal habe aber ich mich auch gefragt ob es jetzt so weit gehen musste. Gerade darin liegt dann aber auch irgendwie der Reiz und Ennis ist sicherlich nicht durch seine zahme Art zum Comicstar geworden. Verständlich wenn der Titel Leuten zu krass, pervers, krank, eklig oder auch einfach nur pubertär peinlich ist, mir hat’s trotzdem gefallen. Öfter brauch ich so was dann aber auch nicht. Schließlich stellt sich dabei auch schnell eine gewisse Sättigung ein und man stumpft ab. Sobald man dann nicht mehr vom Inhalt geschockt ist, verlieren die Schwänze schnell an der nötigen härte, wodurch der Spaß bald flöten geht. Wie weggeblasen könnte man beinahe sagen. Ähm… ich finde es jedenfalls geil. Dumm ist es letztlich doch, auch wenn einiges doch noch tiefere Ebenen eröffnen kann wenn man über soziokulturelle und politische Umstände nachdenkt. Pimmel sind trotzdem das zentrale Thema.

Den Die Zeichnungen besorgt McCrea, der ist wie Ennis auch aus Belfast und vermutlich sind sie beide gleich blöde. Am herrlichsten ist eigentlich ein leeres Panel auf dem nur steht, dass dort eigentlich eine Villa zu sehen sein sollte, McCrea aber zu faul war eine zu malen. Ansonsten scheut es dem Iren auch nicht davor das männliche Genital in all seiner Pracht aufs Papier zu pinseln, aber auch hemmungsloser Sex zwischen Riesenmonstern turnt ihn scheinbar mächtig an. Körperausscheidungen fliegen jedenfalls ununterbrochen durch die Gegend. Manchmal vermisse ich das subtile, was er bei den optischen Gags bei Hitman an den Tag gelegt hat Aber für Subtilität ist hier wohl auch kein Raum gelassen. Ich betone noch mal: Es handelt sich hier um einen Comic der zeigt wie Godzilla und Kong Kong den Sommer von 69 miteinander erleben oder wie auch immer die jungen Monster heute dazu sagen, wenn sie sich gegenseitig an den Klöten schlecken.

Neben den Dicks hat auch der Abtreiber einen erneuten Auftritt in einer eigenen Kurzgeschichte. Der hat nämlich die Liga der Abgetriebenen gegründet und muss gegen die Westküstenfotzen kämpfen. Oder wie auch immer die sich gerade nennen. Im Bonusteil gibt es sogar noch ein Crossover von Mick O’Lobb, Buddy Wizer und Trio, der verfickten Schlampe. Dabei müssen die beiden homophonen Arschlöcher einsehen, dass selbst Trio es nicht mit jedem treibt. Zuletzt versucht man herauszufinden warum der glücklose Al Kyda immer in Schwierigkeiten gerät und ganz aktuell gibt es als exklusiven Bonus noch eine Parodie auf das Cover der ersten Saga Ausgabe.

Nettes Teil für alle ohne jeglichen Geschmack. Wer nicht total bescheuert ist liest was besseres, wird aber vermutlich weniger spaß damit haben.

7 von 10 Alien-Hool-Wichser

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