Mittwoch, 1. Januar 2014

Sailor Moon - Box 1 (1992) [Kazé]

Sailor Moon - Box 1 (1992) [Kazé]

Usagi Tsukino (Sabine Bohlmann / Kotono Mitsuishi), von allen nur Bunny genannt, ist ein vierzehnjähriges Schulmädchen. Allerdings ist sie ziemlich schlecht in der Schule. Jeden Morgen kommt sie zu spät und zum lernen ist sie viel zu faul. Ganz im Gegensatz zu ihrer besten Freundin Naru Osaka und dem Klassenstreber Gurio Umino. Letzterer ist heimlich in sie verliebt, doch Bunny selbst ist viel mehr an Motoki Furuhata aus dem Spielcenter interessiert, der dort neben seinem Studium arbeitet. Oft geht Bunny nach der Schule nicht nach Hause, sondern zuerst ins Crown Center, um dort noch eine Runde das neue Sailor V Game zu zocken und nebenbei ein wenig mit Motoki zu flirten. Dabei läuft ihr aber eines schicksalhaften Tages eine kleine schwarze Katze über den Weg.

Bei dieser Katze handelte es sich natürlich um Luna. Sie wurde von ein paar Jungs gequält, die unter anderem auch das Sichelmondsymbol auf ihrer Stirn mit einem Pflaster überklebt haben. Bunny entfernt es und dadurch erlangt die magische Katze ihre Fähigkeit zurück zu sprechen.

Was danach passiert kennt wohl jeder, heute nicht mehr ganz junge Mensch, der die 90er Jahre vor dem Fernseher verbracht hat. Zum ersten mal konnte die TV-Adaption von Naoko Takeuchis Mangareihe “Bishōjo Senshi Sērā Mūn” 1995 auf dem ZDF gesehen werden. Dort liefen bis ins Folgejahr die Episoden 1-46. Ab 1997 lief die Serie dann täglich im Nachmittagsprogramm von RTL II. Ganz allein konnte die Serie einen riesigen Anime Hype und im besonderen einen um das Magical Girl Genre entfachen, durch den auch Serien wie Wedding Peach es zu uns geschafft haben. Gemeinsam mit Dragonball hat Sailor Moon damals auch fast ganz alleine den Weg für alle folgenden Manga und Anime in Deutschland geebnet.

Den Erfolg heute zu erklären, fällt ein wenig schwer. Während doch die Manga Serie ein kompakt geschriebenes Abenteuer mit viel Action, Fantasy und Romantik war, verfiel die TV-Serie schon ab der ersten Folge dem eigenen Schema, das bald zum Ritual wurde. In der ersten Sailor Moon Box von Kazé, die die deutschen Fans endlich mit einer DVD Auswertung beglücken, sind die ersten 23 Folgen auf sechs Disc enthalten. In diesen Folgen lernen wir Bunny kennen und sehen ihre Anfänge als Kriegerin für den Mond, die gemeinsam mit der Katze Luna nach der verschollenen Mondprinzessin Prinzessin Serenity suchen soll. Auf dem Weg dahin entdecken sie aber vorher erstmal zwei der weiteren inneren Kriegerinnen. Da wäre einmal die superintelligente Ami Mizuno (Stefanie von Lerchenfeld / Aya Hisakawa), die sich durch eine Verwandlung in Sailor Merkur der Kraft des Wassers bemächtigen kann und Rei Hino (Julia Haacke / Michie Tomizawa), die aufbrausende Enkelin eines Hikawa-Tempelwächters, die dank den Kräften des Mars, Feuer befehligen kann. Zu dritt bekämpfen sie immer wieder das Böse. Dieses erscheint uns in Gestalt von Königin Perilia (Karin Kernke / Keiko Han), die ihre Herrscherin Königin Metallia aus einem ewigen Schlaf befreien möchte. Dazu braucht sie aber sehr viel Energie, die man nur von Menschen abzwacken kann. Bei dem Lebensenergievampirismus helfen ihr ihre vier dunklen Generäle Jedyte, Neflite, Zoisite, Kunzite.

Dabei schmieden sie jede Woche einen Plan nach dem selben Muster. Irgendwo in Tokyo eröffnet eine Modelagency, ein Kosmetiker, toller Klamotten Laden, Wahrsager oder sonst was. Alle Frauen werden dadurch angelockt und tappen in eine Energie entziehende Falle. Meist sitzt ganz zufällig eine der Sailor Kriegerinnen mit in der Falle und die anderen kommen dann zur Hilfe. Wenn selbst sie nichts mehr ausrichten können, kommt der mysteriöse Tuxedo Mask (Matthias von Stegmann / Tōru Furuya) zur Hilfe.

Könnte also eigentlich ziemlich schnell langweilig werden, was es für viele sicherlich auch ist. Man muss auch ganz klar sagen, dass die Animeserie sich inhaltlich zwar nicht sonderlich weit von der Mangavorlage entfernt, aber doch deutlich schwächer ist. Aber auch circa 10 Jahre nachdem ich das letzte mal Sailor Moon zum letzten mal wirklich konzentriert gesehen habe, kann die Serie mich noch begeistern. Natürlich ist da sehr viel Nostalgie bei und der Spaß lebt auch von den vielen guten Erinnerungen, die ich an die Serie habe und generell an der Zeit habe, in der ich Anime und Manga für mich entdeckte. Klar ist die Handlung nicht das geistreichste und teilweise auch schrecklich mit Klischees verseucht, andererseits werden aber auch viele dieser typischen Mädchenklischees kritisiert und sich auch mal über Schönheitswahn, Shoppingsucht und ähnliches amüsiert. Außerdem sind unsere Heldinnen sehr sympathisch. Bunny ist mindestens so niedlich wie nervig, Amy ist einfach nur lieb und süß und Rei ist nicht nur die schroffste der Truppe, sondern im Inneren auch die romantischste. Die einzelnen Episoden könnten sehr viel abwechslungsreicher sein, wobei es auch hier schon coole Ausreißer nach oben gibt, wie zum Beispiel die Folge in dem Horrorhotel. Es gibt aber auch sehr schnarchige Episoden, wie die Tennisfolge. Meistens hält man sich aber im oberen Mittelmaß und wenn man mit der Prämisse seine Freude hat, wird man die Serie sehr schnell für die tollen Charaktere lieben und wegen ihrer kurzweiligen Natur weiterverfolgen.

Wie viele Serien dieses Umfangs besteht auch jede Sailor Moon Folge aus reichlich Archivanimationen, die in jeder Folge erneut verwurstet werden. Ansonsten schwanken Bewegungen und Designs je nachdem wie viel Zeit die Animatoren hatten zwischen aufwendig und flüssig bis zu stocksteif und megafaul. Einiges wird durch stilistische Eigenheiten verschleiert und beschönigt, vieles sieht heute, wie aber auch schon damals einfach nicht sonderlich gut aus. Hintergründe wiederholen sich gerne mal und auch einige der Monsterdesigns werden nur immer ein wenig abgewandelt. Kann man sich dran stören oder auch drüber hinwegsehen. Manchmal stört es aber schon. Dafür war die deutsche Synchro ziemlich gut. Über die Übersetzung kann man sich an einigen Stellen sicherlich streiten, aber die Umsetzung ist durchaus gelungen. Sabine Bohlmann ist da ganz essential für den Charme der deutschen Version. Unter den anderen Stimmen lassen sich auch weitere Bekannte, wie zum Beispiel Madeleine Stolze entdecken, die unter anderem jeden als deutsche Stimme von Lynn Tanner aus ALF bekannt ist. Eine gut gealterte und immer noch passende deutsche Synchro.

Auf den DVD’s befindet sich aber auch die Original synchron mit deutschen Untertiteln. Diese lassen sich leider nicht ausschalten. Ansonsten ist es schön auch die Urversion sehen zu können, also mit Original Intro und Outro in voller länge, den Vorschauen und natürlich auch den Werbetafeln. Auf den Discs befinden sich ansonsten aber keine weiteren Extras. Die Bildqualität ist in beiden Versionen in Ordnung, aber bei weitem nicht was eine DVD bringen könnte. Ihr bekommt die sechs Discs in einem sehr hübsch aufgemachten Digipack, das wieder in einem stabilen Schuber kommt. Darin befinden sich auch noch vier Sticker und ein Booklet mit einigen Hintergrundinformationen, Einem Charakterguide und einer Episodenübersicht.

7 von 10 sprechende Tennisbälle

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