Dienstag, 18. Juni 2013

Die offizielle Marvel-Comic-Sammlung #9 - Spider-Man: Die Geburt von Venom (Hachette)

Die offizielle Marvel-Comic-Sammlung #9 - Spider-Man: Die Geburt von Venom (Hachette)

Dieser Sammelband von Hachette enthält die sieben US-Hefte Amazing Spider-Man #252, #256-#259, #300 und Web of Spider-Man #1.

Im Zuge des Megaevent der Achtziger Secret Wars, wurden Spidey und die Rächer in einen Krieg auf einem weitentfernten Planeten gezogen. Nach über einer Woche in der sie spurlos verschollen waren, kamen sie zurück nach New York. Etwas hat sich aber geändert: Auf der weit entfernten Welt wurde Spider-Mans altbekanntes und beliebtes rotblaues Kostüm zerstört. Daraufhin hat er sich an einer dortigen Maschine ein neues Kostüm geschneidert, das ganz eigene Fähigkeiten besitzt. Die Spinnenweben, die er verschießen kann sind nun organisch und er kann das Kostüm jederzeit durch seine Gedanken kontrollieren und verändern. Äußerst praktisch also. Privat hat Peter es zur Zeit nicht leicht. Seine Beziehung zu Black Cat ist irgendwie sehr durchwachsen, dabei weiß er das schlimmste noch gar nicht. Sie hat sich nämlich durch Experimente echte Superheldenfähigkeiten geben lassen. Allerdings hat sie dabei erst später festgestellt, dass der Geber ihrer Fähigkeiten kein geringerer als der Kingpin ist und nun hat sie angst er könnte alles nur geplant haben um Spider-Man zu schaden. Allmählich stellt Spidey aber auch Probleme mit seinem neuen Kostüm fest. Es handelt sich dabei vermutlich nicht nur um einen normalen Stoff, sondern um einen Aliensymbionten wie Reed Richards von den Fantastic Four herausfindet. Dieses Alien entwickelt ein eigenes Gewissen und handelt immer öfter gegen Peters Willen. Später kann er sich von dem Parasiten befreien, doch durch Eddie Brock findet er bald einen neuen, willigeren Wirt und wird zu Spideys neuen Erzfeind Venom.

Es ist wirklich schwer die Entstehung von Venom nur in einen Sammelband unter zu bringen. Schließlich fing alles schon in den Secret Wars an und ging dann von Amazing Spider-Man #252-#300. Und das alles ist nur der Aufbau seinen ersten vollwertigen Auftritt als Venom hat Eddie Brock dann erst in Web of Spider-Man #1. Wir bekommen hier also nur einen weit gefächert Eindruck von dem epischen Aufbau, der wohl dazu beigetragen hat aus Venom solch einen Fanfavoriten aus dem grimmigen Alien zu machen.

Die einzelnen Storys sind jedenfalls ganz gut. Es ist natürlich spannend mit anzusehen, wie Peter langsam, nach und nach immer neue Informationen über sein neues Kostüm erlangt, bis es schließlich total eskaliert. Auch Privat hat unser Held einiges zu meistern. Da wären einige gute Momente mit Black Cat und eine wirklich nicht schlecht geschriebene, sehr emotionale Ausgabe mit Mary Jane. Als Feinde tauchen neben Eddie Brock noch der Kingpin und seine Schergen, der Hobgoblin und der Puma auf. Insgesamt hätte die Action aber teilweise etwas spannender sein dürfen. Anstrengend fand ich, dass Tom DeFalco teilweise sehr ungeschickt Informationen für neue Leser eingebaut hat. Es wird nämlich schon ziemlich nervig wenn jeder Charakter in seinen Monologen sich selbst in Erinnerung ruft wen er mag oder wen nicht. Hätte man sicherlich auch etwas geschickter unterbringen können. Abgesehen davon sind die Geschichten aber solide geschrieben.

Zu den Zeichnern dieser Hefts gehört unter anderem Todd McFarlane (Spawn), ein klarer Fanfavorit, der vermutlich wie niemand anderes Venoms Aussehen geprägt hat und auch bei aktuellen Inkarnationen immer noch ein wichtiger Einfluss ist. McFarlanes Seiten sehen natürlich super aus. Aber auch die Hefte von Ron Frenz und Greg La Rocque sehen nicht schlecht aus, wenn auch nicht ganz so stilsicher. Teilweise würde man aus heutiger sicht auch perspektivische Fehler kritisieren aber diese sind nie so auffällig, dass man sich daran stören sollte. Wer die Anfangstage von Venom also nachholen will, bekommt hier eine perfekte Möglichkeit.

An der Druckqualität lässt sich bei den Hachette Hardcovern mittlerweile nichts mehr aussetzen und auch die Aufmachung ist wieder ganz schick. Wie jedes mal gibt es ein kurzes Vorwort und eine Einleitung, damit auch neue Leser sich schnell in die Handlung einfinden können. Als Bonus gibt es eine Galerie mit verschiedener alternativen Spidey Kostümen, einige weitere Infos wie es von der Idee zu Venom bis zur Umsetzung kam und ein kleines Profil über den Autor Tom DeFalco.

8 von 10 perfekte Artistinnen

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