Samstag, 15. Juni 2013

Ghibli – Classics I (Wasabi Records)

Ghibli – Classics I (Wasabi Records)

Nachdem ich nun alle bisher erschienenden Soundtracks der Ghibli Collection verstellt habe, geht es nun weiter mit der ersten von zwei Ghibli Classics Compilations. Auf dieser Zusammenstellung, von verschiedenen Anime Soundtracks aus dem Hause Ghibli, hören wir auf 14 Track Neuinterpretationen bekannter Ghibli Klassiker, wobei es sich bei einigen der Songs auch im Medleys handelt. Eingespielt wurden diese von der hochangesehenen Violoncello Spielerin Kaoru Kukita, die 2001 erstmals Teil von Joe Hisaishis Orchester war, der ja eine Vielzahl der Soundtracks komponiert hat.

Neuvertont wurden Stücke aus den Filmen “Porco Rosso“, “Laputa Castle in the Sky”, “Nausicaä aus dem Tal der Winde”, “Prinzessin Mononoke”, “Kikis kleiner Lieferservice”, “Mein Nachbar Totoro”, “Chihiros Reise ins Zauberland”, “Die letzten Glühwürmchen” und “Das wandelnde Schloss”. Bis auf “Home Sweet Home”, aus Grave of the Fireflies und die Song aus Howl's moving Castle also alles Stücke, die ihr in der Filmversion auch bei Wasabi Records finden könnt. Für richtige Fans lohnt sich aber auch diese Anschaffung sehr, da einige Songs hier noch mal ganze neue Energie bekommen. Vor allem die simplere Art verleiht einigen Stücken eine Einfachheit die mehr Raum für Emotionen übrig lässt oder sie einen dynamischeren und weniger beladenen Eindruck machen.

In den einzelnen Liedern sind somit nur Kukita am Violoncello, Kimiyo Ogawa am Bandoneon (Ziehharmonika), Hiroyuki Nakayama am Klavier (der auch für einige der Arrangements zuständig war), Natsu Kuriyama an der Geige, Makiko Uryûda an der Bratsche, Shinya Kato an der Gitarre, Satoshi Iwahara am Bass, Kungo Sadanari am Schlagzeug, Reiko Shinohara an der Klarinette und Eiji Ohtake an der Harmonika zu hören. In keinem der Stücke aber mehr als sechs Musiker auf einmal. Es bleibt also recht simpel, wodurch man sich auf die einzelnen Instrumente sehr viel besser konzentrieren kann. Gerade sehr emotionale Stücke wie “Mit dir” aus Laputa oder auch die Titelmelodien aus Nausicaä und Mononoke Hime profitieren ungemein davon. Die nachdenkliche, melancholische und gleichzeitig sehr verträumte Art kommt viel besser durch, aber man hat bei solch einem Album natürlich auch mehr Freiheit als im Film und muss nicht alles bombastisch und so kräftig untermalen.

Nicht ganz so toll hat mir zum Beispiel das Proco Rosso Medley gefallen. Irgendwie fehlt da die Energie. Wenn ich im Kopf ein fliegendes Schwein vor Augen habe, dass gegen Faschisten kämpft, dann brauche ich einen deftigeren geladeneren Soundtrack als dieses kleine Arrangement. Songs wie die aus Totoro, Kikis Lieferservice und Chihiro funktionieren einfach toll um sie Nebenbei laufen zu lassen. Mit dem Song aus dem letzten Glühwürmchen erreicht das Album dann einen perfekten emotionalen Höhepunkt, der leider dadurch etwas verwässert wird, dass darauf noch ein relativ nichtssagender und unspektakulärer Song aus dem wandelnden Schloss kommt. Abgesehen von drei Songs ist diese Compilation also voll mit guten, bis meisterhaften Neuinterpretationen beliebter Ghibli Songs und für Fans eine klare Empfehlung.

Die CD kommt im handelsüblichen Jewel Case. Im Booklet könnt ihr einen kleinen Infotext über Kaoru Kukita finden, wie auch Credits zu allen Stücken.

8,3 von 10 Totoro Streifen

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