Mittwoch, 26. Juni 2013

Gruesome - It’s time to face your past (2006) [FilmConfect]

Gruesome - It’s time to face your past (2006) [FilmConfect]

Die 19-jährige Claire Parker (Lauren Currie Lewis) arbeitet nachts auf einer Tanke um sich Geld fürs College zu verdienen. Morgens wird sie normalerweise von ihrem Freund Jimmy (Cody Darbe) abgeholt und zur Schule gebracht. Doch diesmal kommt ein anderer Mann um sie zu fahren, der sich als ein Kumpel von Jimmy ausgibt. Anstatt sie zur Schule zu bringen tötet er sie und schneidet ihr zuvor noch die Haut vom Gesicht. Wie es scheint, war dies aber nur ein Traum, den sie immer wieder erlebt. Bald findet sie aber heraus, dass der Mann in ihren Träumen der Serienkiller Duke Desmond (Chris Ferry) war, der allerdings vor einigen Tagen von einem Polizisten erschossen wurde. Was hat sie aber mit Desmond zu tun?

Cover und Name deuten nicht gerade auf einen bemerkenswertes Filmerlebnis hin. Also wieder nur ein moderner, billig Slaher? Zum Glück nicht, auch wenn zu Beginn alles danach aussieht. Zuerst sehen wir mit an, wie Claire getötet wird. Dabei wird es schon mal recht heftig, was eine recht unangenehme Grundstimmung kreiert. Lauren Currie Lewis legt mit ihrer Rolle in “Salvage”, wie der Film ursprünglich hieß, ihr Langfilmdebüt hin und kann dabei ganz gut überzeugen. Auch Chris Ferry als der Killer ist nicht schlecht. Gefallen hat mir auch noch John P. Miller als Polizist. Die anderen Darsteller sind hingegen eher anstrengend. Vor allem Cody Darbe, der Claires Freund mimt, weckte in mir doch wieder die Furcht in einem dämlichen Teenyslasher gelandet zu sein.

Dafür ist die Art wie gefilmt wurde aber nicht hip genug. Josh und Jeff Crook biedern sich nämlich weder inhaltlich, noch optisch am modernen Popcornhorrorkino an und genauso wenig ruhte man sich darauf aus ein Billigproduktion abgeliefert zu haben. Die Beiden haben sich nämlich trotzdem alle Mühe gegeben auch was fürs Auge zu präsentieren. Somit wird auf schnelle Schnitte und Wackelkamera verzichtet und stattdessen durch Kamerafahrten und eine ruhige Erzählweise auch mal so etwas wie Spannung aufgebaut. Schön mal wieder einen Horrorstreifen zu sehen wo man das Gefühl bekommt, dass es auch so was wie Storyboards gegeben hat oder sich wenigstens mal jemand Gedanken darüber gemacht hat wie der Film aussehen soll.

Trotzdem war ich noch nicht ganz begeistert. Für einen Film, für den nur 25.000 Dollar zur Verfügung standen sieht’s wirklich toll aus, die Goreeffekte sind ordentlich und handgemacht und auch die meisten Darsteller sind nicht schlecht. Es fehlte aber noch das Besondere. Im Verlauf wird aber klar, dass hinter der Handlung und somit auch Claires Träumen mehr steckt. Denn offensichtlich sind sie mehr als nur normale Träume, da sie immer wieder miterlebt wie sie getötet wird und dieses auch immer wieder wirklich spürt. Bald wird klar, hier kommt noch ein mehr oder weniger cleverer Twist, den man aber schon mindesten ab der Hälfte der Spielzeit erkennt. Damit hat es sich dann aber nicht, denn es folgt eine letzte Überraschung, die mich auch vollkommen kalt erwischt hat, da ich damit echt nicht gerechnet hätte. Somit rückt “Gruesome” durch das Ende klar aus der Mittelmäßigkeit und wird zu einem kleinen Tipp, der dem einen oder anderen Genrefan gut gefallen wird. Beim zweiten Durchlauf wurde mir erst klar wie viele, wirklich intelligente, Anspielungen und Symbole auf den wirklichen Twist hinweisen. Da habe ich das Filmchen wirklich unterschätzt. Schön wenn man doch noch mal derartig überrascht wird.

Es ist dann aber doch nicht alles perfekt. Jimmy ist als Charakter nicht zu ertragen und hat ein paar schlimme Dialoge und schrecklich dämliche Szenen verpasst bekommen. Ein paar weitere Szenen die nur am Rande eine Bewandtnis haben sind ebenfalls doof geworden und versuchen teilweise einen sehr unpassenden und wenig cleveren Humor in die Geschichte zu stopfen. Nur das hält diese kleine Produktion in meinen Augen davon ab etwas besseres zu sein.

Die DVD ist leider ziemlich lieblos. Es gibt kein Wendecover, die Synchro ist nur noch okay und es gibt abgesehen von ein paar Labeltrailern keinerlei Extras. Dafür ist aber die Bildqualität ordentlich.

7 von 10 Schläfchen am Arbeitsplatz

Kommentare:

  1. Hm, ich habe den damals mit leicht gehobenen Erwartungen geschaut (auf dem Fantasy Filmfest wurde mal wieder mit goldenen Worten nicht gegeizt) und fand den dann doch ziemlich lasch und billig.
    Vielleicht noch mal auffrischen...

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    1. Ich hatte absolut keineErwartungen und als es dann doch kein schnöder Slaher oder Folterfilm war, war ich doch positiv überrascht. Kann deine Punkte aber durchaus nachvollziehen.

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