Dienstag, 9. Juli 2013

Kämpfer des Waldes (1996) [M.I.G.]

Kämpfer des Waldes (1996) [M.I.G.]

In den Tanglwood Mountains geht seit vielen Jahrzehnten der Geist des alten Trappers McKenna (Chuck Norris) umher. Als Beschützer der Natur wurde er einst von Wilderern erschossen und seitdem tut er alles um weitere Verbrechen gegen Mensch und Natur zu verhindern. Anlass dazu bekommt er einmal mehr als fiese Waldbesitzer alles abholzen wollen und um freie Bahn zu haben sogar Babybären und kleine Kinder aus dem wegräumen. Wenn nötig auch mit Dynamit!

Hui, da rechnet man schon mit dem schlimmsten, denn ernsthaft, wie müllig muss ein Film sein in dem Chuck Norris einen Naturgeist spielt, aber dann kann Chicks Bruder Aaron Norris die sehr niedrigen Erwartungen sogar noch meilenweit unterbieten. “Forest Warrior” ist ein Action Kinderfilm, der selbst als solcher noch unheimlich peinlich wirkt und sich als solcher ein paar mal im Ton vergreift. Die Action, das Niveau und Anspruch der Story wurden sehr weit runtergeschraubt. Drehbuchautor Ron Swanson muss Kinder wirklich für sehr dumm halten, jedenfalls spricht er permanent zu ihnen herab. Dann aber gibt zwei Szenen die vollkommen aus dem Rahmen fallen. Als das kleine Mädchen die Wilderer anfleht den Bärenwelpen nicht zu erschießen, erfüllt er ihr den Wunsch und droht damit den Bären dann eben einfach bei lebendigem Leibe zu häuten. Etwas später geht es dann damit weiter, dass die Holzfäller die Kinder aus dem Weg räumen wollen in dem sie, sie und ihr Baumhaus in die Luft sprengen. Nichts erweckt so sehr den Eindruck eines lustigen Familienfilms wie zerbombte Kinder wenn ihr mich fragt. Aber natürlich passiert hier niemanden was. Trotzdem, selbst bei Captain Planet waren die bösen Kapitalisten so böse, dass sie Kinder wegbomben würden.

Hat man erstmal verkraftet wie schlecht der Film ist, entdeckt der Trashfreund viele Bittersüße Momente. Es ist eine wahre Wonne wie Chuck Norris hier in einem tapsigen Stil wirkt durch den nicht nur Texas Walker wie hohe Kampfkunst rüberkommt, sogar der tapsige Babybär kichert leise wenn er sieht wie schlecht der Meisters des gepflegten Roundhouse Kick sich hier anstellt. Noch besser wird’s wenn er von seiner körperlichern Form zum Geist wechselt in diesem Moment besteht er, ganz Feen like, aus kleinen bunten Lichtbällchen. Lichtbällchen, nicht nur schön anzusehen, sondern auch ein köstliches Wort. Manchmal mutiert er auch zu Tieren, wie einem ausgewachsenen Bär, einem Waschbär, Adler oder Wolf. Die beste Szene ist aber, wie er sich direkt vom Adler in eine fliegende Faust verwandelt. Pure Erotik in Bild und Ton. Der Rest ist eine unerträglich schlechte Komödie und viel Gekuschel mit süßen Waldbewohnern. Oh fast das allerbeste vergessen. In einer Szene spielen die Kinder Rockmusik über die Funkgeräte der Holzfäller. Der Plan ist sie damit von ihr Arbeit abzulenken, was natürlich blendent funktioniert. Sofort gibt es ein massiven Rock Out im Sägewerk, es werden sogar einige Kettensegensolos gespielt. Eine Szene die dümmer, aber glücklicher macht.

Die Produktion ist auch richtig günstig ausgefallen. Abgesehen von dem Baumhaus, wurde alles in Wiesen und Wald gedreht. Richtige Sets oder Kulissen gibt es bis auf kleinere Räumlichkeiten überhaupt nicht. Sieht alles sehr billig aus. Von den Darstellern kannte ich neben dem guten Chuck auch nur Roscoe Lee Browne (Logan‘s Run), der hier ganz klar unter seinem Niveau arbeitet aber das beste draus macht. Ein liebenswürdiger alter Mann. Man muss ihn schon mögen. Mehr als ein paar sehr kurze Szenen hat er aber auch nicht bekommen. Ernsthaft kann man sich das Teil jedenfalls nicht geben, egal wie unironisch man Norris verehrt. Als räudiger Trash geht das Ding aber klar, aber selbst als solcher müssen einige extrem öde und dämliche Szenen überstanden werden.

Genauso wie “Sidekicks”, “Der Superhund” und “Der schwarze Kämpfer” ist auch dieses Werk Teil der “Chuck Norris Action Box“ von M.I.G.. Die vier Filme teilen sich den Platz auf zwei Discs, wobei ihr auf den O-Ton oder sonstige Extras verzichten müsst. Dafür gibt es aber ein Wendecover. Das Bild könnte ein wenig kräftiger sein, ist aber ansonsten ziemlich gut, genauso wie der Ton und auch die deutsche Synchro passt zum Gesamteindruck des Films. Ist aber nicht zu schlecht.

2,3 von 10 Leatherface Gedächtnistänze

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