Dienstag, 9. Juli 2013

Fashion Beast #1: Gefeuert (Panini)

Fashion Beast #1: Gefeuert (Panini)

Dieser Sammelband enthält Fashion Beast #1-#4.

Ein junger Mann macht sich fein für die Arbeit. Er hat scheinbar eine Vorliebe für Marilyn Monroe und stylt sich ganz nach ihrem Vorbild. So schön gemacht geht der junge Mann zur Arbeit. In einem angesagten und relativ exklusiven Nachtclub arbeitet er an der Garderobe, wo er im Laufe seiner Schicht auf viele verrückte Gestalten trifft. Nachdem der Laden nach 100 Gästen voll ist geht auch gleich die Show los. Doch währenddessen kommt es zu einem merkwürdigen Zwischenfall.

Der junge Herr im Marilyn Monroe Dress, Doll Seguin, wurde nach einem ärgerlichem Vorfall an der Garderobe, die er betreute, gefeuert und ist nun wieder auf Jobsuche. Als er hört das der Catwalk, in dem er bis eben noch gearbeitet hat, immerzu neue Models sucht. Er will also von der Garderobe auf den Walk. Und wirklich scheint er dem Chef zu gefallen, als er aber ein Kleid aus der Kollektion des Chefs anprobieren soll, trifft er jemanden wieder, den er nicht noch mal sehen wollte. Den Grund für seine Entlassung.

In den 1980’ern schrieb Alan Moore neben Klassikern wie Swamp Thing, Watchmen, V for Vendetta, auch ein Drehbuch. Der Titel war Fashion Beast und er schrieb es gemeinsam mit dem 2010 verstorbenen Manager der Sex Pistols und der New York Dolls Malcolm McLaren. McLaren war damals auch sehr stark mit Punk- und Modeikone Vivienne Westwood befreundet, woher vielleicht die Idee für den modischen Hintergrund der Geschichte kam. Verfilmt wurde der Stoff aber nie und nun hat man sich bei Avatar 25 Jahre nach Fertigstellung des Skripts daran gemacht es als Comic umzusetzen.

Zu Beginn bleibt die Handlung lange recht vage und kryptisch. Im Zentrum steht der androgyne Protagonist. Viel Zeit wird damit verbracht zu zeigen wie er sich ankleidet und auch wie die Gäste des Nachtclubs sich hübsch machen können wir dezidiert mit ansehen. Dann ist da noch ein Zauberer, Tarotkarten spielen dabei eine Rolle und so etwas wie böse Feen suchen scheinbar besondere Kleidungsstücke. Anscheinend herrscht gerade auch noch angst vor einem nuklearen Fallout und am Rande der Panel baut sich ein ohrenbetäubendes Geräusch auf, dass immer mehr platz einnimmt. Dabei ist verblüffend wie bedrohlich die Wortmalerei hier wirkt. Habe ich in der Art auch noch bei keinem Comic wahrgenommen.

Die Umsetzung vom Filmskript zum Comicskript hat Antony Johnston übernommen. Es fühlt sich auf jeden Fall an wie Stoff von Moore, wobei es natürlich interessant wäre ob Moore auch das Filmskript derart peinlich kleinlich aufgeschrieben hat wie er es bei Comics tut. Daher lässt sich nur schwer sagen inwiefern Johnston gute Arbeit geleistet hat oder ob er nur wenig anpassen musste.

Facundo Percios (Anna Mercury) Artwork darf man viel zu selten erblicken. Seine Zeichnungen sind ziemlich hart und wirken oftmals unterkühlt und zu kantig. Gleichzeitig aber auch verspielt und einladend. Er stößt also ab und wirkt trotzdem irgendwie freundlich. Die weichen und freundlichen Farben von Hernan Cabrera spielen das selbe Spiel, da sie eben nicht nur schön fürs Auge sind, sondern durch ihre schwäche und ausgeblichene Art teilweise auch sehr trostlos und traurig wirken. Überall schöne Hässlichkeit.

Der etwas schwierige Einstieg und der generell ungewöhnliche Erzählstil und das eigenartige Setting erwarten vom Leser viel Einsatz. Man muss sich auf das ganze jedenfalls schon einlassen, denn den normalen Lesegewohnheiten entspricht Fashion Beast sicherlich nicht. Im Trade liest sich der Comic allerdings sehr viel angenehmer als in Heftform. So muss man wenigstens nicht so lange warten bis man wenigstens ein paar Informationen mehr bekommt.

Als Bonus gibt es noch eine Galerie mit all den vielen Variantcovern.

8,4 von 10 Regenbogenfußabdrücke

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