Samstag, 6. Juli 2013

Quo Vadis (2001) [Maritim Pictures]

Quo Vadis (2001) [Maritim Pictures]

Auf einer von Kaiser Neros (Michal Bajor) angesagten Feten, lernt der ruhmreiche römische Heeresoffizier Marcus Vinicius (Pawel Delag) die armenische Sklavin Lygia (Magdalena Mielcarz) kennen und verliebt sich prompt in sie. Als gestandener Römer lässt er sich aber nicht einfach so von ihr abspeisen und so eignet er sie sich an. Lygia ist aber ein anständiges Mädchen und nebenbei auch noch Christin und will sich daher von keinem Soldaten befummeln lassen. Anstatt sich von dem barbarischen Heiden angrapschen zu lassen, begibt sie sich in den christlichen Untergrund. Vinicius Spione finden sie aber und der alte Romantiker legt sich ganz schön ins Zeug um seine Lygia zu beeindrucken. Dabei gewinnt er bald den Respekt der Christen. Kurz danach versaut ihm der Kaiser allerdings die Nummer, der alte Cockblocker und beschuldigt die Christen für einen Großbrand in der Innenstadt, den er eigentlich selbst gelegt hat. Der liebestolle Kämpfer gibt aber auch nicht auf, als seine Lygia wie alle anderen Christen gefangengenommen wird und den Löwen als Futter dienen soll.

Auf geht’s nach Rom, jedenfalls spielt diese polnische Produktion des ukrainischen Regisseurs Jerzy Kawalerowicz dort. Gedreht wurde der Bibelepos hingegen in Tunesien, aber mit polnischen Darstellern. Man ist also durchaus international bei der Sache. Besprochen wird hier von mir die etwas über zwei Stunden lange Version, bei der es sich um eine runter gekürzte Fassung der knapp fünfstündigen Premium Packung. Damit lässt sich auch erklären, warum einiges in dieser geschnittenen Version im Sand verläuft. Der Hauptplot ist hingegen stimmig. Darin bekommen wir auch alles geboten was man sich wünschen kann. Eine tragische Liebe, politische Ränkespiele, deftige Gewalt, Löwen und natürlich für Religionszeug. Mal wieder ist vor allem der Teil mit der Gewalt richtig heftig geworden. Sehr grafische Kreuzigungen und ein krasses Splatterfest in der Arena machen den Streifen auch für Hartgesottene zu einem schweren Brocken. So ein hungriger Löwe macht auch vor einem Baby nicht halt. Bei diesen Szenen sind die handgemachten Effekte, mit Marmelade beschmierte Schaufensterpuppen, allerdings ziemlich schlecht. Dafür sind die Löwen gut trainiert und erwecken einen ziemlich realen Eindruck, als würden sie die Stuntmen wirklich anfallen.

Davon abgesehen hat der Streifen aber auch derbe längen und das auch bei dieser “kurzen” Variante. In der sechsteiligen Serie sieht es sicherlich noch schlimmer aus. Die Darsteller sind durchweg unbekannt, außer vielleicht wenn man polnischer Fernsehzuschauer ist. So toll spielen sie dann auch wirklich nicht, oftmals ganz im Gegenteil. Es sieht aber auch keiner von ihnen aus ein Römer. Insgesamt also irgendwie ein durchschnittlicher Religions/Historienfilm mit schwachen Darstellern, einem akzeptablen Plot und ein paar schockierenden Szenen. Trotzdem öfter mal ziemlich öde.

Der Film ist in einer guten Bildqualität und einer ganz nicht so tollen Synchro auch in der großen Bibelverfilmung Collection zu finden. Auf drei DVDs findet ihr neben diesem Film noch “Die Zehn Gebote (2006)”, “Eine Nacht mit dem König”, “Petrus” und “Die Zehn Gebote (1939)”. Ein Wendecover hat die Sache dann auch noch verpasst bekommen.

4,7 von 10 Löwensnacks

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