Dienstag, 1. November 2011

Deep in the Woods - verschleppt und geschändet (2010) [Alamode]

Deep in the Woods - verschleppt und geschändet (2010) [Alamode]

Frankreich Ende des 19. Jahrhunderts: Der Dorfarzt Dr. Hughes Bernard Rouquette nimmt den taubstummen Vagabunden Timothee (Nahuel Pérez Biscayart) aus Mitleid bei sich auf, wird aber schon bald von ihm verblüfft. Zuerst zeigt er dem Doktor das er schreiben und lesen kann und dann unterhält er alle Anwesenden zu Tische auch noch mit gekonnten Taschenzauber Tricks. Am nächsten Morgen ist Dr. Hughes außer Haus und Timothee ist mit dessen Tochter Josephine (Isild Le Besco) ganz allein. Plötzlich hebt er die Hand, macht damit etwas nicht klar erkennbares und schon gehorcht sie ihm aufs Wort und scheint ihm auch körperlich total verfallen zu sein. Als sie aus ihrer Trance erwacht hat er sie schon in den Wald verschleppt und jeder Versuch ihm zu entkommen, endet in erneuter Trance.

„Deep in the Woods - verschleppt und geschändet“ klingt nach einem Kannibalen Film der übelsten Sorte. Einen Blindkauf werden alle Mondo Cannibale Freaks aber bereuen. Art House ist nämlich angesagt und dann auch noch aus Frankreich. Ja liebe Trashfreunde da müsst ihr jetzt durch.
Regisseur Benoît Jacquot beschäftig sich in seinen Filmen gerne mit Liebe, gerne dürfen dabei auch dunkle Seiten offengelegt werden. So dreht sich „Deep in the Woods“ um sexuelle Gewalt, Abhängigkeit und den Verlust der Kontrolle. Dabei vermischt sich hier immer wieder was real ist und ab wann Josephine unter Trance steht und wann nicht, denn auch wenn sie bei vollem Bewusstsein zu sein scheint, kann sie Timothee nicht verlassen. Die Akteure der beiden Hauptrollen können es dabei aber leider nicht sein lassen immer wieder etwas zu übertreiben, sind dafür aber mit vollem Körpereinsatz dabei.

Die Szenen sind meist schön arrangiert und in recht unberührten Teilen des französischen Walds gedreht worden. Das Einzige was wirklich stört, ist das der Film keine wirklich Richtung hat in die er geht. Es wird nicht wirklich klar wer die Hauptperson sein soll und auch ansonsten fehlt dem Film eine klare erzählerische Linie.

Auf der DVD befindet sich noch ein Interview mit Benoît Jacquot, das recht informativ geworden ist. Das Ganze erscheint am 18 November bei Alamode Film.

6,7 von 10 wilde Schweine

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