Freitag, 17. Mai 2013

Die Science Fiction Propheten (2011) [Polyband]

Die Science Fiction Propheten (2011) [Polyband]

Der Mensch träumt schon von diesem sich immer wieder verändernden Geschwurbel, das gemeinhin als "Zukunft" bekannt ist, seitdem er die Zeit dazu hat. Einige der Leute, die sich ernsthaft Gedanken gemacht haben, haben ihre Geschichten eines möglichen Morgen sogar aufgeschrieben, damit andere davon unterhalten werden oder im Idealfall sogar zum Nachdenken angeregt werden. Die Serie "Die Science Fiction Propheten", die von Ridley Scott mitproduziert wurde und präsentiert wird, beschäftigt sich mit Autoren wie z.B. Philip K. Dick, Isaac Asimov oder Jules Verne. Es werden zum einen Teile des Werks der Autoren vorgestellt und zum anderen werden ihre Ideen auf Machbarkeit geprüft, ob sie gar mittlerweile der Realität entsprechen oder eventuell längst überholt sind. Sieben Folgen beschäftigen sich mit wichtigen Autoren der Science Fiction...und eine beschäftigt sich mit George Lucas.

Jede der acht Folgen hat eine Länge von ca. 42 Minuten. Die Autoren sind - nochmal zum Mitschreiben - Mary Shelley, Philip K. Dick, H.G. Wells, Arthur C. Clarke, Isaac Asimov, Jules Verne, Robert A. Heinlein.
Ridley Scott leitet jede Folge ein und spricht ein Schlusswort. Gelegentlich begegnet man ihm auch zwischendurch, meistens in Verbindung mit reichlich Jazz hands. Generell ist es schon interessant, was er so kurz erzählt, und in Bezug auf Dick und Blade Runner horcht man natürlich kurz auf. Das passt alles soweit.

Für die Macher der Serie günstig ist die Tatsache, dass zu vielen Geschichten, die von den einzelnen Autoren besprochen werden, meist schon Filmmaterial zur Verfügung steht. Allerdings werden nicht nur Filmausschnitte aneinandergehängt, sondern es wurden auch Szenen aus dem Leben der Autoren nachgedreht. Da gibt's auch den ein oder anderen angeklebten Bart zu sehen. Sehr schön. Der Inhalt, der dabei transportiert wird, ist für Belesene eher nicht so spannend, da das meiste dann doch eher zu den üblichen Informationen über die Autoren gehört. Das geht aber für die Kürze der Folgen absolut klar.
Interessant wird es, wenn die phantastischen Ideen in ihren historischen Kontext gebracht werden. Hier wird oftmals überhaupt deutlich, welches Wissen sich die Autoren vorher aneigneten und welch starke Imagination vonnöten war, um überhaupt entsprechende Ideen zu entwickeln.
Der wissenschaftliche Aspekt der Zukunftsvisionen wird von Experten diskutiert. Unter den Experten sind mehrere bekannte Gesichter wie z.B. Michio Kaku, der neben mehreren anderen Discovery-Produktionen auch bei Morgan Freeman dabei ist. Meistens ist das Präsentierte kein allzu harter Tobak und somit recht einfach zu verstehen. Leider wird sich gelegentlich etwas an den heutigen Technologien festgebissen. Da hätte ich mir teilweise eher etwas mehr Auseinandersetzung mit den Texten und ihren gesellschaftskritischen Untertönen gewünscht - wobei die Untertöne nicht unerwähnt bleiben, das muss man dazu sagen (schreiben).

Dann ist da noch George Lucas. Die Folge ist etwas eigenartig und passt nicht so recht in die Serie. George Lucas hat seinen Beitrag zur Kinogeschichte geleistet und hat auch einen großen Verdienst an der Beliebtheit von Science Fiction im breiten Publikum. Zudem konnte er aufgrund der technischen Möglichkeiten, die sich ihm boten, auch einige Dinge zum ersten Mal großartig auf die Kinoleinwand bringen.
Zwar wird - wenn wir beim Schauen alle richtig aufgepasst haben - kein einziges mal das Wort "Prophet" in Bezug auf Lucas verwendet, so wird jedoch auf Gedeih und Verderb versucht, Konzepte wie Lukes Armprothese als neu und revolutionär zu verkaufen. Das im Zuge dessen ein Blick auf die aktuellen Fortschritte im Bereich Prothesen geworfen wird, ist eigentlich ganz cool, wirkt aber einfach sehr erzwungen.

Die Blu-ray hat ein ordentliches Bild für eine Serie von acht Folgen auf einer Disc. Auch der Ton, der sowohl im O-Ton als auch Deutsch vorhanden ist, kann soweit eigentlich überzeugen. Blöd ist, dass anscheinend die Namenseinspieler vergessen wurde. So sitzt man gerne mal ratlos da, ohne zu wissen, wer da eigentlich gerade seinen Senf zum Thema gibt. Unnötig ärgerlich.

"Die Science Fiction Propheten" ist alles in allem eine angenehme Serie. Sie gibt einen knappen Überblick über fast 200 Jahre Science Fiction und einen Einblick in heutige Entwicklungen. Das ist zum Teil wirklich beängstigend, weil die Gruselvisionen von damals in manchen Bereichen noch gruseliger Realität geworden sind oder bald sein werden. In anderen Aspekten ist man jedoch beruhigt, dass wir anscheinend noch die Kurve bekommen haben...

7,1 von 10 Aliens mit Zylinder und Gehstock

1 Kommentar:

  1. Die Lucas Folge ist echt merkwürdig. Gerade da man sich allein für die Quote so sehr an Star Wars hochzieht, während man Lucas einzigen echten Science-Fiction Film "THX 1138" überhaupt nicht erwähnt.

    Schön fand ich ja, dass man beim Thema zu Dicks Schizophrenie Ausschnitte aus dem Robert Crumb Comic genommen hat, den ich auch hier besprochen habe:

    http://tofunerdpunk.blogspot.de/2012/11/nausea-reprodukt.html

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