Donnerstag, 11. Juli 2013

MAX 53: Punisher Max - Die verschollenen Geschichten (Panini)

MAX 53: Punisher Max - Die verschollenen Geschichten (Panini)

Dieser Sammelband enthält die vier Hefte Untold Tales of tue Punisher Max #1-#4.

Zwar hat Frank Castle sein Leben im langen Kampf gegen den Kingpin gelassen, doch immer noch gibt es einige bisher unbekannte Sagen über den Punisher zu erzählen. Da wäre der Fall in dem er einen vom Pech verfolgen Glücksspieler ans Leder will, der zum Mörder geworden ist. Im Süden der Nation sprengt er das Familienunternehmen einer Hillbilly Truppe und wird dabei beinahe selbst aufgeknüpft. Ein anderer Fall erwartet ihn an einem einsam gelegenen Teich, wo er nicht nur Bestrafer, sondern auch Erlöser sein kann. Außerdem wird Frank von einem Drogendealer im Kampf gegen ein feindliches Kartell instrumentalisiert, was ihm natürlich nicht sonderlich gefällt und im letzten Tagebucheintrag des Punishers geht es darum, wie er einem Teenager bewies das Rache keinen erstrebenswerten Lebensweg darstellt.

Fünf One Shots, fünf Writer und fünf Zeichner. Jede Geschichte innerhalb dieses Trades ist in sich abgeschlossen und kann ohne jegliches Vorwissen über irgendwelche Punisher Comics oder Garth Ennis MAX Run lesen. Die einzelnen Episoden sehen auch jede für sich gut und anders aus und beim Inhalt gibt es ebenso wenig zu kritisieren. Jedenfalls eigentlich. Denn auch jetzt kurz nach dem lesen ist mir nichts wirklich im Gedächtnis geblieben. Liegt natürlich vor allem daran, dass alle fünf Geschichten eher Einweg Punisher Storys sind. Die kann man gut immer wieder verwenden. Man müsste dann eben einfach nur Dealer, Mörder austauschen oder was auch immer. Jedenfalls könnte man hier bei fast allen gesammelten Geschichten eine Menge verändern und trotzdem würde sie genauso funktionieren. Wirkt wie Schablonen Arbeit und wenig originell.

Gehen wir aber die fünf Hefte ganz kurz durch:

Jimmy’s Collission

Jimmy ist ein ziemlicher Schmierensack und tötet für ein Paar Mobster um seine Schulen los zu werden. Was dann passiert ist wenig überraschend und vermutlich die generischste Handlung die man mit der Comicfigur machen kann. Die Zeichnungen von Roland Boschi sind auch nichts besonderes, aber für zwischendurch ganz okay.

Wo es dem Teufel graust

Ist zu Beginn ein recht stimmungsvolles Kapitel. Megan Abbott und Connor Willumsen sind sicherlich keine Namen die man oft in Comics liest, aber die Arbeit der beiden Künstler harmoniert hier ziemlich gut. Jedenfalls schaffen sie es gemeinsam eine dichte Atmosphäre aufzubauen. Alles endet dann aber einfach damit, dass Frank allen in den Kopf schießt, da hätte wenigstens noch ein kleiner Twist oder irgendwas besonderes kommen müssen. So ist es nämlich auch wieder nur okay, sieht dafür aber super aus.

Das Band

Handelt von einem scheinbar gutbürgerlichen Mann, der irgendwann einer Frau hinterher geht und dabei mit seiner Vergangenheit konfrontiert wird. Jason Latour hätte hiermit etwas besonderes machen können, verschenkt dann am Ende aber alles durch öde innere Monologe, die auch als Streitgespräch mit der Frau oder Frank funktioniert hätten und als solche noch mal etwas Reibung in die Sache bringen würden so verläuft alles irgendwie im Sand oder besser gesagt im Tümpel. Letztlich haben wir hier die selbe Geschichte wie ich sie letztens in “Woman on the River” gelesen habe. Nur hier eben vollkommen ohne Charakterentwicklung und ohne das der Leser emotional irgendwie die Möglichkeit bekommt in die Handlung zu investieren. Das Artwork von Matteo Buffagni (X-23 / Daken) allerdings ist was besonderes. Anstatt des üblichen dunklen und grimmigen Punisher Looks gibt es hier eher ein aufgeräumtes und klar strukturiertes modernes Märchen der melancholischen Art.

Menschenjagd

Ist mal etwas anderes, denn diesmal wird der olle Castle richtig fies reingelegt. Bringt kurzweilig ein bisschen Abwechslung in die Sache. Auf Nathan Edmondson (Who is Jake Ellis?) ist jedenfalls Verlass. Optisch setzt Fernando Blanco die Geschichte um, der als Marvel Zombies Veteran gerade den blutigen Momenten das gewisse Etwas verleihen kann.

Eine Lektion über Rache

“Eine Lektion über Rache” ist Skottie Youngs (Magneto: Not a Hero) versuch der Sache etwas mehr Tiefe zu verleihen und lässt Punisher zum Lebenslehrer werden. Die Idee ist ganz nett und die Botschaft etwas komisch. Der Junge soll sich nicht für die Prügel rächen die er an der Schule bezieht, sondern es einfach so hinnehmen. Einen Lösungsvorschlag für das Mobben wollen ihm aber weder der Punisher noch sein Vater geben. Sein Vater ist übrigens Bulle und hat keinen besseren Rat, als das er sich nicht wehren soll. Das Artwork ist wieder zweckmäßig, teilweise sogar echt schön, reißt aber auch nicht mehr so viel raus.

Als Bonus hat dieses Trade noch eine Covergalerie zu bieten. Insgesamt eher durchschnittlich, wenn auch die Geschichten für sich ganz gut funktionieren. Nur haben sie eben nichts besonderes vorzuweisen, was recht schade um die ganz netten Ideen und das meist gute Artwork ist.

6,5 von 10 hungrige Haie

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