Donnerstag, 6. Juni 2013

Hanni und Nanni - 41 - und die geheime Mitternachtsparty (Europa)

Hanni und Nanni - 41 - und die geheime Mitternachtsparty (Europa)

Das Internat hat eine neue Schülerin. Tessi (Merete Brettschneider) kommt aus einer anderen Stadt, aber da ihre Eltern neue Arbeit an einem anderen Ort gefunden haben, wird sie kurzerhand ins Internat abgeschoben. Das kennen die kessen Zwillinge Hanni & Nanni (Regine Lamster & Manuela Dahm) nur zu gut und da Tessi auch noch bald Geburtstag hat und nicht alleine sein soll, wird eine alte Tradition des Lindenhofs wiederbelebt. Eine neue Mitternachtsparty soll organisiert werden. Doch als Tessi ihre beiden besten Freundinnen über ein soziales Netzwerk einladen möchte, drückt sie den falschen Knopf und lädt aus Versehen alle Leute ein die Lust haben. So kommt es, dass sich über tausend Gäste ankündigen. Das würde eine große Katastrophe geben und die Mädchen würden sicherlich allesamt von der Schule fliegen. Da müssen sie sich natürlich schnellstens irgendwie eine Lösung einfallen lassen.

Wenn man seit vielen Jahrzehnten ein Teeny ist hat man es nicht so leicht. Da müssen einem natürlich neue Schülerinnen im regelmäßigen Abstand über neue Innovationen in der Technik aufklären. Diesmal ist es das Internet, Smartphones, Facebook (Visagebook genannt, wie clever), Facebook Partys und Flashmobs. Es ist immer wieder erschreckend das der Lindenhof vermutlich kein normales Internat ist, sondern irgendein finsterer Teufelskult oder sonst irgendeine Sekte. Ansonsten kann ich mir nicht erklären wie es sein kann, dass keines der Mädchen jemals über irgendetwas bescheid weiß. Ihre Ahnungslosigkeit ist wirklich mal wieder verblüffend. Nachdem sich Hanni und Nanni über so lange Zeit vollkommen vor allen Neuerungen verschlossen haben, versucht man jetzt in jeder neuen Folge ein brandaktuelles Thema anzuschneiden, das allerdings beim erscheinen dann schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat. So gelingt es nicht nur nicht wie gewollt modern zu erscheinen, sondern kreiert so auch noch Inhalte die schon Tage nach dem erscheinen tierisch veraltet sind. Die alten Abenteuer der beiden sind heute zwar altbacken, wirken aber nicht altbackener als die aktuellen Folgen, da man sich damals nicht auf alles gestürzt hat was hip war. Oder sagen wir lieber schnafte.

Gleichzeitig versäumt man es aber auch die Dialoge auf den aktuellen Stand zu bringen. Entweder die Mädchen wirken wie Eltern, die sich bei ihren Kindern anbiedern wollen, da sie die Sprache der jugendlichen verstehen können oder es wird so extrem übertrieben das die Figuren nichts anderes als “Party Time”, “Visagebook” und “Phone” sagen können. Was in anderen Folgen durchaus auf eine unschuldige Art ganz süß wirken kann, ist hier leider total gescheitert und macht viele der Gespräche sehr anstrengend. Dabei ist Merete Brettschneider (Die drei !!!) eigentlich ein von mir gern gehörter Gast. Die Stammsprecherinnen schwächen dafür das eine oder andere mal.

Die Geräuschuntermalung ist nicht spektakulär, aber ist ausreichend beweglich und kann die Szenen lebendig gestalten. Die Hintegrundmusiken sind teilweise immer noch sehr altbacken, was an sich nicht schlimm wäre wenn die Handlung und der Sprachstil nicht so darauf aus wären modern zu klingen. Auch das neue Intro geht immer noch nicht ins Ohr rein und wirkt wie ein Fremdkörper. Der Text ist dann leider auch so simpel das es weh tut (Es wird ne Party gemacht / dabei wird viel gelacht). Keine wirklich gute Folge Da gab es in der letzten Zeit wirklich bessere.

5,6 von 10 ungeladene Gäste

Kommentare:

  1. Ich gebe es zu, ich bin etwas über 20 (hüstel) und bestelle mir sofort bei Amazon jede neue Hanni und Nanni Folge. Ich kann Deiner/Ihrer Rezension nur aus vollstem Herzen zustimmen. Aber ich muss immer noch grinsen über "Visagebook".
    Obwohl das neue Intro sehr, ähm, hip ist, fremdele ich auch da noch sehr sehr.
    Aber besser als die letzte Folge mit dem kleinen Kind, gääähn, ist es.
    Ich weiß nicht, warum ich so an Hanni und Nanni festklebe. Ich finde sie in den neuen Folgen manchmal unerträglich klugscheißernd, ich kann mich ja schon viel mehr mit Elli (!) identifizieren.
    Herzliche Grüße,
    Mademoiselle Hulot

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    1. Die mit dem Kind fand ich eigentlich noch ein wenig besser, da wurde wenigstens nicht so modern getan. Ich vermute mal, dass du die Zwillinge aus nostalgischen Gründen hörst, wie es den meisten Hörern von Europa Hörspielen geht. Ein weiterer Grund warum diese Modernisierungsversuche so unpassend wirken.

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