Freitag, 5. Juli 2013

Die Zehn Gebote (2006) [Maritim Pictures]

Die Zehn Gebote (2006) [Maritim Pictures]

Ein Orakel sagt voraus, dass eines der frisch geborenen Sklavenbabys einst den ägyptischen Pharao stürzen wird. Um sich nicht die Butter vom Brot nehmen zu lassen lässt der Herrscher Ägyptens alle männlichen Sklavenkinder töten. Nur der kleine Moses (Dougray Scott) wird von einer adeligen Familie aufgenommen und kann so überleben. Als er jedoch erwachsen wird, tötet er eine der Wachen, die einen der Sklaven gefoltert hatte. Für diese Tat wird er verstoßen und beginnt durch die Wüste zu wandern. Keine schlechte Sache, schließlich findet er dort nicht nur seine zukünftige Frau, sondern es kommt noch zu einem recht merkwürdigen Vorfall. Auf einem heiligen Berg erscheint ihm nämlich Gott durch einen brennenden Busch (hier infantilen Witz einfügen). Gott macht ihm klar, es wird wieder Zeit nach Hause zu gehen und die Hebräer aus der Versklavung durch die Ägypter zu befreien. Nach einigen fiesen Plagen schafft er dieses Vorhaben auch und verlässt mit seinem Volk Ägypten durch das geteilte Rote Meer. Damit fangen die heiligen Scherereien für ihn aber erst an und so beginnt eine fast endlose Reise durch die Wüste, immer auf der Suche nach Ärger und dem heiligen Land.

Wieder mal eine epische Miniserie aus dem Hause Hallmark, die euch schon langatmige Werke wie “Merlin” oder “Die Unicorn und der Aufstand der Elfen” gezaubert haben. Diesmal begleiten wir 167 Minuten lang den guten, alten Moses bei seiner Tortur de Wüste. Nachdem ich in Vorbereitung zu diesem Geschreibsel ein paar andere Rezensionen gelesen habe, ist mir aufgefallen wie sehr Christen dagegen sind, wenn ihr Gott so grausam dargestellt wird, wie er in der Bibel charakterisiert wurde. Können die gar nicht drauf. Ist ja auch nicht cool mit anzusehen wie Moses Leute Götzenanbeter abschlachten und Kindern die Kehle durchschneiden. Auch wenn ich klar sagen muss, dass einige der Szenen auch mich durch die recht heftige Gewaltdarstellung überrascht haben. Hat wirklich nichts mit der weichgespülten und romantisierten Version der Bibel zu tun, die man heute so gerne als heilige Schrift verkauft. In dieser Exodus Verfilmung geht’s jedenfalls noch ans Eingemachte.

Zwar kommen hier auch einige Wunder vor, die im Falle der Stäbe die zu Schlangen werden und der Teilung des Meeres auch mit ganz guten CG Effekte umgesetzt wurden, aber auch trotz der vielen Fantasy Elemente löst man sich teilweise recht deutlich von der Bibel und streut historische Fakten und Theorien darüber ein wie manche Forscher sich den Exodus wirklich vorgestellt haben. Ein weiterer Punkt der den Film für gläubige wohl noch schlechter abschneiden lässt. Alle anderen hingegen können sich über eine interessante und andere Interpretation des alten Testaments freuen, die nicht einfach nur plump Werbung fürs Christentum macht.

Am besten hat mir daran Moses hadern gefallen. Er ist auch mit abstand der am besten entwickelte Charakter dieser Serie, wodurch man jede seiner Taten, seiner Fehler und seiner Emotionen nachvollziehen kann. Dougray Scott (Die Triffids) spielt die Hauptfigur teilweise auch wirklich packend, da möchte man nicht meckern. Insgesamt wirkt die Serie aber trotzdem gleichzeitig überhetzt und zum anderen etwas zu langatmig und am Ende ist es eben doch nur ein religiöses Fernsehspektakel, nur eben eines mit einem etwas besseren Drehbucht als viele andere. Interessierte können also einen Blick wagen. Ich persönlich war in der zweiten Hälfte der Geschichte dann doch mehr am Schicksal der Figuren interessiert als ich es erst für möglich gehalten hätte. Nicht zu vergessen ist noch der kleine Auftritte von Omar Sharif, der als Jethro zwar nur in ein paar Szenen den Film bereichern darf, aber wie immer gerne gesehen ist und gut spielt.

Der Film ist in einer guten Bildqualität und sogar mit einer tollen Synchro auch in der großen Bibelverfilmung Collection zu finden. Auf drei DVDs bekommt ihr neben diesem Film noch “Die Zehn Gebote (1939)”, “Eine Nacht mit dem König”, “Quo Vadis” und “Petrus”. Ein Wendecover hat die Sache dann auch noch verpasst bekommen.

6 von 10 entdeckungslustige Ziegen

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