Freitag, 13. September 2013

Castle of Illusion Starring Mickey Mouse (PS3)

Castle of Illusion Starring Mickey Mouse (PS3)

Bereits 1990 überraschte SEGA Spieler auf der ganzen Welt mit dem Titel "Castle of Illusion Starring Mickey Mouse" und brachte unter der strengen Lizenzauflage von Disney, einen bis heute noch sehr beliebten Jump'n'Run Titel auf das Sega Mega Drive. Stattliche 23 Jahre später versucht sich nun das australische Sega Team an einem HD Remake dieses alten Klassikers. Ob es ihnen dabei wirklich gelingt den Geist der erstklassigen Vorlage einzufangen, haben wir für euch herausgefunden.  

Am Kern der Geschichte hat sich natürlich wenig verändert, damals wie heute ziehen wir mit der tapferen Disney-Ikone Mickey Mouse ins Feld gegen die böse Hexe Mizrabel, die es auf unsere geliebte Mausefreundin Minnie abgesehen hat, um sie ihrer süßen Jugend zu berauben. Illustriert mit hübschen Bildern und begleitet von den Erzählungen eines guten Synchronsprechers (bekannt aus der Uncharted Reihe), werden wir Zeuge dieser diabolischen Taten. Unser tapferer Held nimmt natürlich sofort die Verfolgung auf und betritt mutig das Schloss der Illusionen. Hier bemerken wir die erste Veränderung zum Original, es ist nun möglich sich frei im Schloss zu bewegen. Ganz ähnlich dem etwas schlechter gealterten Mario 64 sind die einzelnen Türen mit Zahlen versehen, die angeben wie viele Diamanten man erspielt haben muss, um passieren zu dürfen. 
Die hochglanz Edelsteine sind in allen Welten und im ganzen Schloss verteilt. Jede der Welten ist abwechslungsreich gestaltet und folgt jeweils einem bestimmten Thema von Wäldern über Zuckerlandschaften bis hin zu einer schaurigen Burg, ist alles dabei.

Wir steuern Mickey, bei seinen Abenteuern, in der klassischen Jump'n'Run Seitenperspektive was die Kontrolle im Vergleich zu komplett drei dimensionalen Spielen etwas erleichtert. Komplett deshalb, da das Remake auch einige Passagen besitzt in denen sich der Spieler frei im Raum bewegen kann. Leider ist die Sprungabfrage nicht jederzeit präzise, was grade in den späteren Abschnitten für unnötigen Frust sorgen kann. Mizrabels üblen Schergen erwehren wir uns mit allerleiWurfgeschossen, wie sie bereits auf dem Mega Drive zu finden waren. Zum schlagkräftigen Arsenal zählen Äpfel, Murmeln, köstliche Bonbons, Feuerbälle und einiges mehr.
Die Möglichkeit die Gegner mit dem blanken Hintern voran zu zerstampfen ist jedoch einer vereinfachten Variante gewichen. Hier reicht es jetzt aus den Monstern gezielt auf den Kopf zu hüpfen, drückt man im richtigen Augenblick erneut die Sprungtaste kann Mickey so leicht höher gelegene Orte erreichen. Das war früher deutlich anspruchsvoller und erforderte ein wenig mehr Übung.

Am Ende einer jeden Welt erwartet unseren Helden ein knackiger Endgegner. Diese Boss-Kämpfe sind überraschender Weise sogar anspruchsvoller als noch im Original, da wir zum einen jetzt in drei Dimensionen kämpfen und zum anderen jedes Monster drei immer kniffliger werdende Angriffsphasen besitzt. Die besiegten Bosse hinterlassen uns nach ihrem Ableben einen wunderschönen farbigen Rubin, von denen wir sieben Stück benötigen um eine Regenbogenbrücke zum Schlossturm und damit unserer geliebten Minnie, erschaffen zu können. Neben der märchenhaften Hauptgeschichte und den fünf Zimmern der Burg sind im Remake noch ein paar kleine Motivationsbonbons enthalten. 
Allen voran natürlich die Jagd nach den 800 Edelsteinen von denen jeweils 75 in jedem Level versteckt wurden und teils echt schwer auf zu finden sind. Darüber hinaus gibt es noch weitere Gegenstände die unsere abenteuerlustige Maus auf ihrer Reise sammeln kann. Da wären Donalds Chilischoten, Magic Mickeys Spielkarten und Einzelteile von goldenen Schlossstatuen. Sammelt man von letzteren eine bestimme Anzahl erscheinen im Hauptschloss Skulpturen als Zeugnis eurer Abenteuer. Mit den Chilis und den Spielkarten ist es sogar möglich Mickey ein neues Kostüm zu verpassen und abschließend wäre ein SEGA Spiel nicht komplett ohne Highscore und Time-Trial Hatz, bei der ihr eure Zeiten und Punkte auf einer weltweiten Bestenliste wieder findet.

Die 90er Jahre Mega Drive Version legte seiner Zeit grafisch und vor allem durch sehr detailreiche Sprite-Animationen einen hohen Standard. Dem versuchten die Designer von Sega Australia gerecht zu werden in dem sie den Detailreichtum so gut es möglich ist in die  dritte Dimension bringen. Mickey Mouse und seine Gegner sind aus Modellen mit hoher Polygonanzahl zusammen gesetzt was ihnen zusammen mit gutem Antialiasing ein sehr plastisches und lebhaftes Aussehen verleiht. Auch die Animationen müssen sich keineswegs verstecken, wir bekommen klasse Bewegungs-, Sprung und Angriffsanimationen geboten. Ein sehr putziges Detail ist zum Beispiel, das Mickey ganz normal rennen kann, bewegt man den Analogstick allerdings nur ganz sanft in eine Richtung schlendert unser Held ganz beschwingt wie in den ersten Mickey Maus Filmen durchs Bild. Die Hintergründe und das gesamte Leveldesign sind überaus detailverliebt und setzt hier und da kleine Akzente die einem aus dem Original vertraut sein dürften, schaffen es aber auch ihre eigene Note zu setzen.

Auch die Vertonung, damals noch in knackigen 8-Bit, ist durch eine modernisierte Komposition mit Dolby und DTS Unterstützung ersetzt worden. Jedem Track hört man seinen Ursprung zwar an, doch wirken diese nun zeitgemäß kraftvoll und episch. Nettes Gimmick, ihr dürft im Hauptmenü jeder Zeit zwischen den klassischen und den modernen. Kompositionen wechseln.

Mit "Castle of Illusion Starring Mickey Mouse" gelingt es Sega ein in fast allen Belangen gelungenes Remake des Mega Drive Klassikers auf die modernen Konsolen zu bringen, von der Bilderbuchgrafik, über die tolle Synchronisation bis zum fordernden Schwierigkeitsgrad wurde an alles gedacht. Die höchsten Höhen bleiben dem Titel nur wegen der etwas geringen Spieldauer und der grade in den 3D-Passagen etwas hakeligen Steuerung verwehrt. Trotz dieser Kleinigkeiten ist das Remake genau wie das Original eine absolute Empfehlung für Disney und Jump'n'Run Liebhaber.

8.5 von 10 märchenhaften Illusionen

Kommentare:

  1. Ich bin wohl bei weitem mit den 3D Elementen nicht so gut klar gekommen wie Du, mich würde interessieren wie Du den letzten Fight gegen die Hexe empfunden hast, wie viele Anläufe hast Du da gebraucht?

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  2. Die Endgegnerin war in der Tat eine ziemlich knochige Hexe! Falls du also an der Stelle Probleme hattest, dann ging es nicht nur dir so.
    Ich habe um die 25 bis 30 Versuche gebraucht. Die Muster sind ja relativ schnell klar aber grade gegen Ende, wo sich verschiedene Angriffe überschneiden, wird es wirklich happig.
    Aber auch wenn ich dabei öfter in den Controller gebissen habe, empfand ich die Herausforderung als gut und dem Vorbild durchaus angemessen.
    Schließlich soll ein Endgegner einem ja auch alles abverlangen, um so schöner ist dann die Belohnung das Spiel gemeistert zu haben :)

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  3. Ich habe etwas genau so lange gebraucht, mit einigen Tagen Pause dazwischen und habe meine Probleme zu glauben, dass Kinder das schneller schaffen.

    Ich fand das eben zu schwer, weil man bei dieser Hexe ja immer wenn man gestorben ist mit 3 von 5 Sternen wieder anfängt und das Level davor nochmal spielen muss um 5 von 5 Sternen zu haben um eben eine echte Chance zu haben.

    Bei 30 Versuchen dauert das extrem lange und ist irgendwann nur noch nervi, daher bin ich überrascht 8,5 von 10 Punkten zu sehen.

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  4. Also du hast Recht das Mizrabel eine schwierige Endgegnerin ist, allerdings würde ich das nicht als etwas negatives sehen.
    Kinder sind oft noch etwas verbissener in ihrer Art zu spielen und wiederholen Level auch schon mal häufiger als zum Beispiel Erwachsene die, auf Grund des Zeitdrucks der heutigen Gesellschaft, eher den schnellen Erfolg brauchen.
    Du solltest aber auch bedenken, dass es wirklich die Endgegnerin des gesamten Spieles ist. Nach ihr kommt nichts mehr, nur Niederlage oder Happy End und da wäre es meiner Meinung nach weniger zufriedenstellend, wenn einmal auf den Kopf hüpfen genügen würde.
    Ein hoher Schwierigkeitsgrad ist bei uns per se kein Grund ein Spiel schlechter zu bewerten sofern die Herausforderung nicht aus technischen oder Designmängeln entsteht.

    Aber grade in "Castle of Illusion", als Anlehnung an einen alten Mega Drive Klassiker, wäre ein geringerer Schwierigkeitsgrad eher ins Gewicht gefallen, zu mal das Spiel nie unfair ist und sich der Misserfolg in meiner Erfahrung eher am eigenen Können fest macht.

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