Dienstag, 24. September 2013

Von Hitlers Schergen gejagt (2004) [Maritim Pictures]

Von Hitlers Schergen gejagt (2004) [Maritim Pictures]

Wir befinden uns am Anfang der 1940’er Jahre im, von den Nazis besetzten Ungarn. Das arische Ehepaar Hans (Kenny Doughty) und Ingrid Vassmann (Caroline Carver) haben gerade erfahren, dass sie Nachwuchs erwarten. Schon immer arbeiten die beiden für das jüdische Industriellen Paar Kauzenberg (Martin Landau & Judy Parfitt), das nun überraschend besuch vom Reichskanzler Himmler (Danny Webb) bekommt. Die Geschäftsleute sollen ihm alle ihre Immobilien und die Firma überschreiben, dann lässt er sie und ihre Familie nach Palästina fliehen. Was das alte Ehepaar bis zu diesem Zeitpunkt aber nicht wusste, war dass ihr Dienstpersonal doch keine Arier sind, sondern Juden, die dem Widerstand angehören. So setzt das alte Paar alles daran die Vassmanns zu retten…

Handwerklich kann man der Regie, geführt vom Terminator Produzenten John Daly, nur wenig ankreiden. Der Film sieht gut aus, ist nicht langweilig gefilmt und beinhaltet auch ein paar anspruchsvollere Kamerafahrten. Inhaltlich gibt es allerdings ein paar Momente die sauer aufstoßen. Zu sehr ist es offensichtlich auf welche Weise man hier manipuliert werden soll. Da man dem Zuschauer nicht zutraut zu verstehen wie schrecklich der Holocaust war, wird noch kaputter Spielzeugsymbolismus und andere platte Formen des bemühten Dramakinos rangeholt. An vielen Stellen hätte man mit einer weniger Hollywood affinen Erzählweise, die was wirklich geschah schonungslos und ungeschminkt zeigt sehr viel mehr erreichen können. So merkt jedoch jeder die Manipulation und wenn man mir selbst bei solch einen Film noch durch Kindergartensymbolismus erklären muss, wer böse und wer gut ist, wird es mir doch zu Simpel für dieses Thema. Und am Ende wird dann doch alles zu leicht und ohne echte Hürden gelöst nur um ein Feelgood Finale zu bekommen.

Mitfiebern ließen mich allerdings Martin Landau (The Being) und seine filmische Ehefrau Judy Parfitt (Dolores). Die beiden spielen ganz toll und auf eine fantastische Weise starke und weise Menschen, die durch ihr Alter und den Schrecken des Krieges sehr zerbrechlich geworden sind. Mit Abstand der beste Teil des Films. Danny Webb (Alien 3) konnte mich auch überraschen, da er einen teilweise verblüffend glaubhaften Himmler abgibt und ihm einige Nuancen und Eigenheiten verleiht, die weit über die bloße Nazibestie hinausgehen.

Dafür halte ich die Vassmanns für ziemlich belanglose und uninteressante Charaktere. Während also das jüdische Ehepaar so viel Stoff hergeben würde und allein ihre Bühnenpräsenz einen tiefen Eindruck hinterlässt, sind die Hauptfiguren wie immer junge und hübsche Schauspieler, denen schon rein optisch an Ausdrucksstärke fehlt. Die beiden sind einfach langweilig und machen den ganzen Film über auch nichts, sondern denken nur darüber nach. Alles was die beiden zu tragischen Figuren macht wurde lediglich für diesen einzigen Zweck ins Drehbuch geschrieben und bringt die Geschichte davon abgesehen kein Stück weiter. Dafür stimmt die Chemie zwischen Kenny Doughty und Caroline Carver. Kein Wunder schließlich sind die beiden seit eben diesen Dreharbeiten auch wirklich ein Paar.

Abgesehen von den erwähnten Problemen würde auch behaupten, dass einige Punkte nicht zu Ende gedacht wurden und nur wenig mit der damaligen Realität zu tun haben, filmisch so aber besser wirken. Zudem gibt es ein paar Abschnitte des Films, die auf lange Sicht eher lahm geworden sind und weder unterhalten noch bewegen können.

Eigentlich ein potentiell gelungenes Weltkriegs Drama, das aber doch hinter dem Möglichen zurück und nicht zu lange in Erinnerung bleibt.

Bild und Ton sind okay, auf den englischen muss man allerdings verzichten, was recht ärgerlich ist, da die Synchro mal wieder nur dahingeschludert wurde. In der "2. Weltkrieg - Der Horror des Krieges Collection" ist "The Aryan Couple" nun unter dem Titel "Von Hitlers Schergen gejagt" zu finden. Außerdem enthalten sind: "2. Weltkrieg - Bomber", "Tötet Hitler", "7 gegen die Hölle", "Special Dispatch", "Kesselschlacht in der Normandie".

6,1 von 10 abgedeckte Gemälde

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