Freitag, 13. September 2013

Die rote Zone (1997) [Savoy Film]

Die rote Zone (1997) [Savoy Film]

Major Frank Cross (Dolph Lundgren) hat einen Befehl verweigert und stattdessen angefangen mitten im Kriegsgebiet Reis an hungernde Kriegsopfer zu verteilen. Jetzt hat er die Wahl, entweder er lässt sich vors Kriegsgericht stellen und wartet auf seine Strafe oder er nimmt freiwillig den schlimmsten Job der Welt. Natürlich entscheidet er sich für letzteres und wird somit zu dem Mann, der den US-Präsidenten überall hin folgt und ihm den schwarzen Notfallkoffer hinterher trägt, mit dem das Oberhaupt der USA im äußersten Fall einen Atomschlag befehligen lassen kann. Schon am Abend seines ersten Arbeitstages kommt es zur größten vorstellbaren Katastrophe. Ein Terrorist aus den eigenen Reihen ist in der Lage dazu den Koffer in seine Gewalt zu bekommen und ihn sogar zu knacken. Dann passiert das unfassbare, die Terroristen barrikadieren sich in einem Atomraketensilo und feuern eine atomare Rakete auf Washington. Diese wird nur aufgehalten falls sich der Präsident persönlich und live im Fernsehen selbst erschießt.

Beinahe 10 Jahre zu spät kam Frédéric Forestiers (Asterix bei den Olympischen Spielen) “Stirb langsam” Klon. Statt Bruce Willis muss sich Dolph Lundgren (Battle of the Damned) blutverschmiert im Unterhemd mit Terroristen rangeln. Set-Up und Motivation der Bösewichte sind ganz interessant, nur fehlt es dem Finale gewaltig an Schneid und das obwohl man krasse Szenen wie den erzwungenen Selbstmord des Präsidenten zeigen wollte. Die Genugtuung ist am Ende jedenfalls nicht wirklich gewährleistet. Oberfiesling lässt sich absichtlich runterfallen und rettet damit eigentlich alle sogar noch. Eigentlich ist er somit der größte Held des Ganzen. Auch die Spielzeit spricht gegen den Film, denn 98 Minuten können mit dem Stoff im Grunde nicht gefüllt werden. Da ist Leerlauf vorprogrammiert. Im Verlauf bekommt die Geschichte zudem einen sehr plumpen Drall wenn es darum geht zu erklären wie böse Atomkriege sind. Hat starke Ähnlichkeiten mit der ALF Folge “Großer Mann, was nun?”. Nicht unbedingt total doof, schließlich bin ich auch kein großer Befürworter von Atomraketen, aber wo bei ALF noch ein großes Augenzwinkern zu sehen war, hält man sich bei diesem Werk clever bei der Aussage “Atombomben? Nein Danke!”

Ein weiterer Stolperstein des Films ist sicherlich der gute Lundgren selbst. Er darf ein paar akzeptable One Liner vom Stapel lassen und scheint auch ansonsten Freude an seiner Arbeit zu haben, richtig charismatisch geht er aber nicht an die Sache und ein wenig eloquenter konnte er auch schon mal rüberkommen. Der Rest des Casts bleibt ziemlich blaß, nur Montel Williams hat wenige gute Szenen bekommen und einzig Roy Scheider (Naked Lunch) als US-Präsident bleibt letzten Endes wirklich in Erinnerung.

Handwerklich ist die rote Zone ganz gut umgesetzt worden, es fehlt dem Film über viele Strecken das nötige Tempo und die Story hat nur wenig zu bieten, wirkt dabei trotz des ernsten Themas doch noch unfreiwillig komisch. Lundgren Fans könnten trotzdem reinschauen, schlecht fand ich es schließlich nicht, noch mal werde ich die DVD so bald aber auch nicht ein weiteres mal einlegen.


Der Film ist in akzeptabler Qualität bei M.I.G. in der “Dolph Lundgren Collection” erschienen, die außerdem mit “Escape - Die Flucht”, “Hidden Assassin” und “Fallen Knight” gefüttert wurde. Der O-Ton ist natürlich leider nicht dabei, aber der deutsche Ton ist gar nicht mal schlecht und unter den Sprechern ist zum Beispiel auch Jürgen Kluckert als Terrorist zu hören.

5,7 von 10 Gespräche mit der Schnecke

1 Kommentar:

  1. Der Film erscheint mit drei weiteren Dolph Lundgren Titeln in der neuen "Dolph Lundgren Action Box" von Paragon Movies.

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