Donnerstag, 19. September 2013

White River Kid (1999) [Schröder Media]


White River Kid (1999) [Schröder Media]

Bruder Edgar (Bob Hoskins)reist durch den Süden Amerikas und verkauft Socken, deren Erlös den blinden Waisenkindern von St. Mortimer zu Gute kommt. Also zumindest es das, was er behauptet. Dass er einfach nur n kleiner Ganove ist, der minderwertige Produkte an den Mann oder die Frau bringt und sich den Gewinn in die eigene Tasche steckt, erzählt er zwar dem Zuschauer, sicher aber nicht den geprellten Kunden. Mit seinem Kollegen, dem illegal eingewandertenb Morales (Antonio Banderas) klappert er so alle möglichen Stadtfeste und Statefairs in Arkansas ab. Eines Tages, werden sie aber von einem gesuchten Verbrecher, dem sogenannten White River Kid (Wes Bentley) mit vorgehaltener Waffe gezwungen ihn und seine Freundin, in ihr Heimatdorf zu bringen, wo die beiden heiraten wollen. Zeit also für nen Roadtrip. Whooohooo.

Okay. Zwei schlechte Komödien innerhalb weniger Tage sind einfach zu viel. Daher versuch ich mich kurz zu fassen.

"White River Kid" Ist ein eigentlich ziemlich gut besetzter Versuch einer Südstaaten Groteske, der aber leider auf ganzer Linie scheitert.
An den Darstellern kann es eigentlich nicht liegen, die spielen zum größten Teil ganz ordentlich. Allen voran Bob Hoskins. Allerdings wird sofort klar, dass selbst gute Schauspieler ohne ein gutes Skript und ohne vernünftige Regie ziemlich verloren wirken können. Das ist auch schon das Hauptproblem des ganzen Streifens.

Die Story handelt einfach willkürlich irgendwelche kurzen Episoden ab , ohne dass sich ein übergeordneter roter Faden ausmachen lässt. Klar, es gibt ne Rahmenhandlung, aber die alleine ist nicht in der Lage das Durcheinander mit Sinn zu füllen. Beispiel? Okay. Die Reisegruppe wird von zwei Rednecks belästigt, die ihr in der darauffolgenden Szene auch gleich den Weg abschneiden und weiter Stunk machen wollen. Der eine bekommt von Antonio Banderas Charakter die Kehle durchgeschnitten und der andere ne Kugel vom White River Kid in den Kopf gejagt. Dann kommt ne Rotte Wildschweine angelaufen die Gruppe flüchtet, während die Schweine sich über die Leichen hermachen. An und für sich jetzt ne gar nicht so verkehrte Szene. Das Problem ist aber, dass das alles so aus dem Kontext gerissen wirkt und weder Konsequenzen hat, noch irgendwie im Verlauf des Film nochmal zur Sprache kommt. Die Szene ist einfach da und dann ist sie wieder weg. Und sowas passiert leider viel zu häufig den ganzen Film über, was auch daran liegt, dass nicht ganz klar wird, was der Film eigentlich sein will. Mal wirkt er wie ne Komödie, dann wie n Road Movie, später wie ein Drama oder ne Groteske, dann wieder Komödie usw.
Das alles trägt nur zur Verwirrung des Zuschauers bei und lässt ihn ziemlich schnell das Handtuch werfen. Zumindest war das bei mir der Fall und so wollte ich einfach nur dass die über 90 Minuten einfach zu Ende gehen.

Wie bereits oben erwähnt, sind die Schauspieler zum größten Teil in guter Form. Bob Hoskins sticht dabei besonders heraus, hat aber wenig, mit dem er arbeiten kann. Überhaupt liest sich der Cast nicht schlecht. Neben Hoskins (Falsches Spiel mit Roger Rabbit, Brazil) finden sich Antonio Banderas (Desperado), Beau Bridges (Die fabelhaften Baker Boys, Sidekicks), Ellen Barkin (Buckaroo Banzai) und Wes Bentley (Die Tribute von Panem). Also definitiv keine Low Budget Produktion.  Und von den Aufgezählten fällt eigentlich nur Wes Bentley negativ auf, was aber vor allem an seiner Rolle liegen dürfte. Anders verhält es sich bei Kim Dickins, die seine Freundin spielt. Da sind sowohl Darstellerin, als auch Rolle einfach unerträglich und ich hab mir nach 60 Sekunden  mit dem Charakter gewünscht, dass ihr was ganz schlimmes passiert.

Die deutsche Synchronisation ist EINE EINZIGE FRECHHEIT! Tut mir leid, ich muss das mit aller Deutlichkeit sagen: Diese Synchro gehört zum Miesesten, was mir bisher untergekommen ist und ich hab in den 90ern so einige eingedeutschte Animes von Manga Video und nen ganzen Batzen Hong Kong Filme geschaut. Aber gegen das was hier geboten wird sind das noch Meisterwerke der Nachvertonung.
Die Sprecher passen NULL zu ihren Rollen und sprechen total monoton und ohne Ausdruck und schaffen nur versehentlich mal Lippen und Sprache halbwegs synchron zu verbinden. Meistens klingt  esaber als wäre der Film auf stumm geschaltet und irgendjemand versucht zu Hause den Text drüber zu sprechen. Was leider wohl gar nicht so weit entfernt von der Realität ist, wie sich mancher wünschen würde. Ich weiß ich werde es im Laufe meiner Reviewer Tätigkeit häufiger sagen aber hier nochmal: WENN IHR KEINE ANSTÄNDIGE SYNCHRO HINKRIEGT LASST ES EINFACH SEIN! SO NE SCHEISSE BRAUCHT KEIN MENSCH!!!!!

So. okay. Ich hab mich beruhigt. Entschuldigt, aber das musste raus. Zum Glück (zum GLÜCK!) enthält die DVD den englischen Originalton. So quäl ich mich lieber 90 Minuten durch nuscheliges Südstaaten Geblubber, als mich auch nur eine Minute dieser Ton gewordenen Diarrhö auszusetzen.
Neben ner Trailershow enthält die DVD übrigens keine Extras, außer man zählt das Wendecover hinzu, so wie es auf dem Backcover getan wird.
Nee, der Film kann leider nix, allerdings gibt’s sicher schlimmeres. Durch die beschissene Synchro kann er aber absolut unerträglich werden.

4 von 10 zahnlosen Rednecks

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