Montag, 2. September 2013

Weapon of God (PaperFilms)

Weapon of God (PaperFilms)

Schon als er noch im Bauch seiner Mutter verweilte, verfolgte die katholische Krieger den Mann, der heute als die Waffe Gottes bekannt ist. Zwei Agenten des Vatikans töteten seine hochschwangere Mutter und schneideten ihn aus ihrem Leib. Seitdem wuchs er in einem abgelegenen Bergkloster auf, in dem der Junge von den besten Kamptrainern der Welt unterrichtet wird und im Zuge dessen alles über die Bibel. Ein dämonischer Terrorist mit dem Spitznamen Apollyon. Der hat mit seinen dreckigen Bomben schon Las Vegas und New York verwüstet und unbewohnbar gemacht. So kommt es das er zum ersten mal in die Zivilisation reisen muss um dort den diabolischen Schurken zu vernichten, den nur er mit seinem göttlichen Schwert vernichten kann. Der US-Geheimdienst stellt ihr die junge Mary zur Seite, die zwar eine gute Ermittlerin ist, aber scheinbar ihren Glauben verloren hat.

Jimmy Palmiotti (Queen Crab) und sein Kumpel Justin Grey (All-Star Western) haben zusammen eine Geschichte über den Glauben geschrieben. Ursprung des Ganzen ist wohl Palmiottis katholische Erziehung gewesen zu sein, der er schon als Kind ziemlich kritisch gegenüber stand. Da dürfte man dann so was wie eine knallharte Abrechnung mit religiösen Eiferern erwarten. Zu Beginn macht man sich durch die harte Gewalt, die vom Vatikan ausgeht auch ein wenig über die Kirche lustig und auch, dass die Waffe Gottes einen Harem schöner Damen gestellt bekommt, um mehr Waffen zu produzieren konnte mir ein schmunzeln abringen. Am Ende geht es dann aber doch eher darum wie Mary ihren Glauben zurückbekommt. Irgendwie doof. Vor allem weil sie mit der Waffe zusammenarbeitet, die alles andere als ein tolles Beispiel für christliche Werte darstellt und vorlebt. Der Humor stammt eigentlich nur daher, dass er immer zu nackt ist und sich extrem gewalttätig verhält und sie flucht ständig in seiner Gegenwart.

Vermarktet wird das Teil als Palmiottis neueste Graphic Novel, dabei ist der Comic ohne Bonusmaterial nicht mal ganz 60 Seiten dick. Also höchstens ein etwas längeres Album und keineswegs eine grafische Novelle. Das Schreiber Duo lässt sich Zeit um die Geschichte zu entwickeln, was zu beginn ganz gut klappt, doch nach 20 Seiten wüsste man dann doch gerne was los ist und wo die Reise hingeht. Wenn man dem Leser so lange hin haten möchte, dann sollte man ihm auch ein Rätsel geben oder etwas worauf er hin lesen möchte. Worum geht es eigentlich ist kein gutes Rätselt und schafft es auch nicht mich zu fesseln. Im Grunde beginnt der eigentliche Plot, also Mary und Waffe bekämpfen teuflischen Terroristen erst ab Seite vierzig. Dann lernen die beiden sich erst wirklich kennen, finden den Bösen, töten ihn, worauf dann der Epilog folgt. Vielleicht übersehe ich etwas total grundlegendes, denn eigentlich kann ich mir nicht vorstellen das die beiden etwas so langweiliges und zielloses geschaffen haben.

Der italienische Künstler Giancarlo Caracuzzo macht seine Sache insgesamt ganz gut, trotzdem sind die meisten Seiten nicht wirklich ausgefeilt und hätten gerne noch einen Feinschliff vertrafen. Die digitale Einfärbung sieht leider auch sehr digital aus und tötet jede Dynamik die mal vorhanden war und einige Details werden dadurch auch geschluckt. Sehr schade. Wäre in schwarzweiß sehr viel besser gewesen als es so geworden ist. Die fünf Prolog Seiten stammen von Norberto Fernandez, der normalerweise eher durch seine Schmuddelcomics auffällt. Durch seinen sehr independent lastigen Stil sind seine Seiten aber klar der Höhepunkt dieser Geschichte, der leider nicht wieder erreicht werden kann.

Insgesamt ein ziemlich langweiliger und von der Botschaft her auch nicht gerade klarer Comic in unnötiger Überlange. Das Artwork ist auch nicht gerade berauschend. Leider sehr durchwachsen. Als Bonus wird den Leuten des Kickstarter Projekts gedankt und es gibt noch einen Einblick in Caracuzzos Sketchbook.

5 von 10 eilig gelandete Flugzeuge

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